25 Apr
2017

Insolvenzverfahren über das Vermögen der BFI Bank AG, Dresden, Az. 556 IN 1246/03

Im Jahr 2003 eröffnete das Amtsgericht Dresden das Insolvenzverfahren über das Vermögen der BFI Bank AG. Am 06.10.2015 fand der Schlusstermin statt.

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Im Jahr 2003 eröffnete das Amtsgericht Dresden das Insolvenzverfahren über das Vermögen der BFI Bank AG. Am 06.10.2015 fand der Schlusstermin statt. Der Schlussbericht, die Schlussrechnungslegung und das vom Verwalter vorgelegte Verteilungsverzeichnis wurden von den Gläubigern bestätigt.

Die meisten Gläubiger erhielten auf ihre festgestellten Forderungen in drei Vorabverteilungen bereits eine Insolvenzquote von 39% ausbezahlt. Die Schlussverteilung von weiteren 7,12% ist zum überwiegenden Teil abgeschlossen.

So wurden bislang an 10.960 Gläubiger die Zahlungen veranlasst. Ungefähr 3.600 Quotenzahlungen sind noch offen, da die Gläubiger keine Bankverbindung mitteilten oder unbekannt verzogen sind. Die diesen Gläubigern zustehenden Gelder werden zu hinterlegen sein.

Eine Aufhebung des Verfahrens kann erst nach vollständiger Verteilung oder Hinterlegung erfolgen. Hiermit ist frühestens im IV. Quartal 2017 zu rechnen.

Stand: Dezember 2016

24 Apr
2017

Verwahrloster Zustand einer Wohnung rechtfertigt außerordentliche Kündigung

Der verwahrloste Zustand einer Mietwohnung kann den Vermieter dazu berechtigen, dass Mietverhältnis außerordentlich zu kündigen.

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Der verwahrloste Zustand einer Mietwohnung kann den Vermieter dazu berechtigen, dass Mietverhältnis außerordentlich zu kündigen. Dies hat das Landgericht Nürnberg Fürth mit Beschluss vom 23.02.2017 entschieden.

Der Beklagte bewohnte seit mehr als 30 Jahren eine Wohnung, die im Eigentum der Kläger stand. Die Kläger sprachen gegenüber dem Beklagten seit 2014 mehrere Kündigungen aus, die sie auf unterschiedliche Gründe stützten, u.a. auf den Zustand der Wohnung und den Umstand, dass der Mieter die Wohnung ihrer Meinung nach unzureichend beheizen würde.

Das zunächst mit dem Rechtstreit befasste Amtsgericht Neustadt/Aisch hatte sich dann im Rahmen eines Ortstermins ein Bild von den Verhältnissen in der Wohnung gemacht. Dabei wurde durch das Gericht festgestellt, dass die Wohnung stark verschmutzt und vom Beklagten mit Gegenständen so voll gestellt war, dass unter anderem einer der Räume gar nicht betreten werden konnte. Das Badezimmer war als solches aufgrund des zum Ortstermins festgestellten Zustandes ebenfalls nicht benutzbar. Das Amtsgericht Neustadt/Aisch gab daher der Klage des Vermieters auf Räumung statt. Es ging bei der Entscheidung davon aus, dass der Beklagte seine Verpflichtungen aus dem Mietverhältnis verletzt habe und aufgrund dessen die Gefahr des Eintritts eines Schadens an der Mietsache nicht nur unerheblich erhöht worden sei.

Das Landgericht Nürnberg bestätigte, dass Urteil des Amtsgerichtes und wies die Berufung des Mieters durch Beschluss zurück. Es bestätigte die Rechtsauffassung des Amtsgerichts, dass aufgrund des Zustandes der Wohnung, dem darin befindlichen übermäßigen Mülls und der unzureichenden Beheizung mit lediglich einem Radiator in der Küche der Mieter seine mietvertraglichen Pflichten verletzt habe und deshalb von einer erheblichen Gefährdung der Mietsache auszugehen ist. Das Landgericht hält sogar in diesem Fall eine außerordentliche Kündigung für gerechtfertigt, weil die Klägerin den Beklagten bzgl. des Zustandes der Mietwohnung mehrfach abgemahnt hatte und es dem Vermieter im Übrigen nicht zumutbar sei, bis zum nächsten ordentlichen Kündigungstermin abzuwarten.

(Landgericht Nürnberg, Fürth, Beschluss vom 23.02.2017, Az. 7 S 7084/16)

Rechtsanwältin Kathleen Brauner

dmp@derra-dd.de

Stand: 04/2017

21 Apr
2017

Reformgesetz zur Insolvenzanfechtung verabschiedet

Das Reformgesetz zur Insolvenzanfechtung ist nach längeren Verhandlungen nunmehr am 05. April 2017 in Kraft getreten.

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Das Reformgesetz zur Insolvenzanfechtung ist nach längeren Verhandlungen nunmehr am 05. April 2017 in Kraft getreten. Inhalt dieses Gesetzes sind u.a. die Verkürzung der Anfechtungsfrist für die Vorsatzanfechtung von Zahlungen von zehn auf vier Jahre sowie weitere Änderungen der Voraussetzungen der Vorsatzanfechtung. Insbesondere ist allein die Vereinbarung einer Ratenzahlung zwischen dem Schuldner und dem Gläubiger nicht ausreichend, um die Kenntnis der Zahlungsunfähigkeit im Rahmen der Vorsatzanfechtung zu begründen.

Des Weiteren ist die insolvenzrechtliche Anfechtbarkeit von Bargeschäften und Arbeitsentgelten eingeschränkt worden. Ebenso ist die Verzinsung von Anfechtungsansprüchen neu geregelt worden. Die Anfechtbarkeit von inkongruenten Leistungen innerhalb des anfechtungsrelevanten Dreimonatszeitraums (insbesondere Vollstreckungshandlungen) bleibt unverändert.

Die neuen Insolvenzanfechtungsvorschriften sind für alle Insolvenzverfahren, die ab dem 05. April 2017 eröffnet werden, anzuwenden. Für alle anderen Insolvenzverfahren verbleibt es bei den ursprünglichen Insolvenzanfechtungsregeln. Die neue Verzinsungsregel für Insolvenzanfechtungsansprüche gilt jedoch auch für alle vor dem 05. April 2017 dahingehend, dass die Verzinsung der Insolvenzanfechtungsansprüche ab dem 05. April 2017 bereits den neuen Verzinsungsregeln unterliegt.

Rechtsanwältin Annika Rutschow

dmp@derra-dd.de

Stand: 04/2017

21 Apr
2017

Abrechnungsfrist für Betriebskosten bei vermieteter Eigentumswohnung

Der Vermieter einer Eigentumswohnung hat über die Betriebskostenvorauszahlungen seines Mieters grundsätzlich auch dann innerhalb eines Jahres nach Ablauf des Abrechnungszeitraumes die Betriebskostenabrechnung für seinen Mieter zu erstellen, wenn ihm zu diesem Zeitpunkt der Beschluss der Wohnungseigentümergemeinschaft über die Jahresabrechnung des Verwalters der Wohnungseigentümergemeinschaft noch nicht vorliegt.

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Der Vermieter einer Eigentumswohnung hat über die Betriebskostenvorauszahlungen seines Mieters grundsätzlich auch dann innerhalb eines Jahres nach Ablauf des Abrechnungszeitraumes die Betriebskostenabrechnung für seinen Mieter zu erstellen, wenn ihm zu diesem Zeitpunkt der Beschluss der Wohnungseigentümergemeinschaft gem. § 28 Abs. 5 WEG über die Jahresabrechnung (§ 28 Abs. 3 WEG) des Verwalters der Wohnungseigentümergemeinschaft noch nicht vorliegt. Das Vorliegen eines solchen Beschlusses ist keine ungeschriebene Voraussetzung für die Abrechnung der Betriebskosten gem. § 556 Abs. 3 BGB gegenüber dem Mieter. Für die im Gesetz ( § 556 Abs. 3 S. 3 2.HS BGB) vorgesehene, mögliche Entlastung des Vermieters hinsichtlich einer von ihm nicht fristgerecht vorgenommenen Betriebskostenabrechnung hat dieser konkret darzulegen, welche Bemühungen er im Einzelnen unternommen hat, um eine rechtzeitige Abrechnung sicherzustellen.

Der Verwalter einer Wohnungseigentumsanlage hatte die Abrechnung über die Wirtschaftsjahre 2010 und 2011 erst im Dezember 2013 vorgelegt. Der Vermieter der Eigentumswohnung hatte dann im Anschluss an die Beschlussfassung gegenüber seinem Mieter abgerechnet.

Streitig war bislang, ob die in § 556 Abs. 3 S. 2 und 3 BGB geregelten Ausschlussfristen für die Erstellung der jährlichen Betriebskostenabrechnung auch dann bei der Vermietung einer Eigentumswohnung gelten, wenn die Wohnungseigentümer in Folge einer verspäteten Abrechnung durch den Verwalter erst nach Ablauf der Jahresfrist über die Abrechnung beschließen. Bislang gab es hierzu divergierende Rechtsprechung. Teilweise wurde vertreten, dass die Betriebskosten des Vermieters erst durch den Beschluss der Wohnungseigentümer entstehen. Nach dieser Ansicht läuft die Jahresfrist des § 556 Abs. 3 S. 2 und 3 BGB erst ab diesem Zeitpunkt. Nach anderer Ansicht gelten bei der Abrechnung der Betriebskosten einer vermieteten Eigentumswohnung die allgemeinen Regeln des Mietrechts und damit auch die Jahresfrist des § 556 Abs. 3 S. 2 BGB, wobei es auf den Zeitpunkt der Beschlussfassung der Eigentümer über die Jahresabrechnung nicht ankommt.

Der BGH hat nunmehr entschieden, dass es unter dem Gesichtspunkt der Gleichbehandlung aller Mieter und dem Wortlaut des § 556 Abs. 3 BGB auf den Zeitpunkt der Beschlussfassung der Eigentümer über die Abrechnung nicht ankommen kann. Daher gilt auch bei vermieteten Eigentumswohnungen die Jahresfrist des § 556 Abs. 3 S. 2 BGB, wonach die Abrechnung der Betriebskosten durch den Vermieter spätestens 1 Jahr nach Ablauf der Abrechnungsperiode dem Mieter zu erteilen ist. Der BGH hat insoweit auch darauf hingewiesen, dass im § 556 Abs. 3 S. 3 BGB ausdrücklich bestimmt ist, dass diese Ausschlussregelung dann nicht anzuwenden ist, wenn der Vermieter die verspätete Abrechnung nicht zu vertreten hat. Der BGH stellt hierzu klar, dass der Verwalter einer Wohnungseigentumsanlage nicht Erfüllungsgehilfe einzelner Wohnungseigentümer ist, sodass ein Verschulden des Verwalters dem Wohnungseigentümer/Vermieter nicht zuzurechnen ist. Jedoch muss der Vermieter darlegen und beweisen, dass ihn an der Fristüberschreitung kein Verschulden trifft. Dabei hat der BGH allerdings offen gelassen, was der vermietende Eigentümer tun muss, um sich den Anspruch auf die Betriebskostennachzahlung über die Jahresfrist hinaus zu erhalten.

Der sicherste Weg dürfte darin bestehen, dass der Eigentümer unter Rückgriff auf die Verwaltungsunterlagen selbst eine Abrechnung erstellt oder durch einen Fachmann erstellen lässt.

(BGH, Urteil vom 25.01.2017, Az. VIII ZR 249/15)

Rechtsanwältin Kathleen Brauner

dmp@derra-dd.de

Stand: 04/2017

 

27 Mär
2017

Bausparverträge: Kündigung gut verzinster Alt-Verträge vom Bundesgerichtshof gebilligt

Angesichts der anhaltenden Niedrigzins-Phase versuchen derzeit viele Bausparkassen, sich durch tausende von Kündigungen ihrer Alt-Verträge zu entledigen, die eine relativ hohe Verzinsung der Bausparguthaben gewähren.

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Angesichts der anhaltenden Niedrigzins-Phase versuchen derzeit viele Bausparkassen (z.B. BHW, LBS, Wüstenrot), sich durch tausende von Kündigungen ihrer Alt-Verträge zu entledigen, die eine (nach heutigen Maßstäben) relativ hohe Verzinsung der Bausparguthaben gewähren.

Die betroffenen Bausparer haben ihre (fest verzinsten) Bausparguthaben stehen lassen, ohne das (meist zuteilungsreife) Bauspardarlehen in Anspruch zu nehmen. Nun droht Ihnen ein Ende der jahrelang gewährten Zinserträge. Eine gleichermaßen sichere Kapitalanlage mit vergleichbarer Rendite ist derzeit auf dem Kapitalmarkt anderweitig nicht zu finden.

Die Bausparkassen begründen ihre Kündigung mit einer zweifelhaften Anwendung des allgemeinen Darlehensrechts (§§ 488ff. BGB), obwohl ihre seinerzeit mit den Kunden vereinbaren Vertragsbedingungen ein Kündigungsrecht oftmals ausdrücklich oder zumindest nach dem Vertragszweck ausschließen.

Strittig sind diejenigen Verträge, bei denen das Bausparguthaben noch nicht die vereinbarte Bausparsumme erreicht hat. Die hierfür von den Bausparkassen angeführten Kündigungsgründe werden in einer Vielzahl mittlerweile ergangener Urteile unterschiedlich bewertet. Insbesondere hatten die Oberlandesgerichte Stuttgart (Az. 9 U 171/15 und 9 U 230/15), Bamberg (Az. 8 U 24/16) und Karlsruhe (Az. 17 U 185/15) im Jahre 2016 entschieden, dass derartige Kündigungen auch 10 Jahre nach Zuteilungsreife der Verträge nicht möglich sind.

Nun hat der Bundesgerichtshof mit Urteilen vom 21.02.2017 (Az. XI ZR 185/16 und XI ZR 272/16) zu Gunsten der Bausparkassen entschieden und Kündigungen gebilligt, die (unter Berufung auf § 489 Abs. 1 Nr. 2 BGB) 10 Jahre nach Zuteilungsreife erfolgt sind. In solchen Fällen werden die Bausparer entsprechende Kündigungen (mit 6-Monats-Frist) daher regelmäßig hinnehmen müssen.

Aber: Bei genauerer Lektüre der Urteilsgründe zeigt sich, dass es auch hier auf die genaue Fallkonstellation ankommt und sich beim näheren Hinsehen herausstellen kann, dass ein Kündigungsrecht dennoch nicht vorliegt. Insbesondere gilt dies für Verträge mit Bonus-Zinsen.

Keinesfalls betroffen sind vom Urteil des Bundesgerichtshofs solche Bausparverträge, die vor Ablauf von 10 Jahren nach Zuteilungsreife von der Bausparkasse gekündigt werden – insbesondere unter Berufung auf §§ 313, 314 BGB (Unzumutbarkeit der Vertragsfortsetzung bzw. Störung der Geschäftsgrundlage). Solche Kündigungen halten wir weiterhin für unwirksam, da die gesetzlichen Voraussetzungen nicht vorliegen dürften.

Betroffene Bausparer sollten entsprechende Kündigungen fachkundig anhand Ihres Vertrags und der Vertragsbedingungen prüfen lassen und der Kündigung ggf. entgegentreten, um weiterhin von der aktuell günstigen Verzinsung ihrer Bausparguthaben zu profitieren. Bleiben die Kündigungen unwidersprochen, wird sich eine Verzinsung des ausgezahlten Bausparguthabens später kaum mehr durchsetzen lassen.

Wir haben entsprechende Kündigungen bereits in vielen Fällen erfolgreich angegriffen und für unsere Mandanten weitere Zinszahlungen erreichen können.

Aktuelle Entscheidungen zu diesem Thema:

OLG Stuttgart, Beschl. v. 14.10.2011 – 9 U 151/11
OLG Frankfurt a.M., Beschl. v. 02.09.2013 und vom 02.10.2013 – 19 U 106/13
LG Mainz, Urt. v. 28.07.2014 – 5 O 1/14
OLG Hamm, Urt. v. 30.12.2015 – 31 U 191/15
OLG Stuttgart, Urt. v. 30.03.2016 – 9 U 171/15
OLG Stuttgart, Urt. v. 04.05.2016 - 9 U 230/15
OLG Bamberg, Urt. v. 10.08.2016 - 8 U 24/16
OLG Karlsruhe, Urt. v. 05.12.2016 - Az. 17 U 185/15
BGH, Urt. v. 21.02.2017 – XI ZR 185/16 und XI ZR 272/16

Rechtsanwalt Henning Brühl

dmp@derra-dd.de

Stand: 03/2017

21 Mär
2017

Migrationsrecht: Kein Visa – Kein Business (in russischer Sprache)

Übersicht zu den Bedingungen der Business Immigration und Arbeitsmigration nach Deutschland.

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13 Mär
2017

Bearbeitungsentgelte und Gebühren in Darlehensverträgen – Nächste Runde!

In den letzten Jahren hat sich der BGH bereits mehrfach mit der Frage beschäftigt, ob Bearbeitungsentgelte und sonstige Gebühren der Banken wirksam in Darlehensverträgen vereinbart werden können.

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In den letzten Jahren hat sich der BGH bereits mehrfach mit der Frage beschäftigt, ob Bearbeitungsentgelte und sonstige Gebühren der Banken wirksam in Darlehensverträgen vereinbart werden können.

Während der BGH vor etwa 3 Jahren entschieden hat, dass eine Klausel zur Vereinbarung von Bearbeitungsentgelten in Verbraucherdarlehensverträgen als AGB anzusehen und unwirksam ist, war dies für Bausparverträge und für das Firmenkundengeschäft noch weitgehend ungeklärt. Lediglich bei der Vergabe von Förderdarlehen, z.B. von der KfW, wurde vom BGH auch im Firmenkundengeschäft ein Bearbeitungsentgelt als nicht unangemessen gebilligt (vgl. BGH Urteile vom 16.02.106 – Az. XI ZR 454/14, 63/15, 73/15 und 96/15).

Nunmehr hat der BGH in einer aktuellen Entscheidung (Urteil vom 08.11.2016 – Az.: XI ZR 552/15) zur Darlehensgebühr in einem Bausparvertrag entschieden. Der Bankrechtssenat des BGH hat im Anschluss an seine Grundsatzentscheidung in BGHZ 201, 168 angenommen, dass die formularmäßige Vereinbarung von Bearbeitungsentgelten auch bei Bausparkassendarlehen unwirksam ist. Auch in Bausparverträgen liege ein Entgelt für eine eigene Verwaltungstätigkeit und nicht für eine gesonderte Leistung der Bausparkasse vor. Dies auch vor dem Hintergrund, dass die in dem entschiedenen Fall ausdrücklich so bezeichnete „Darlehensgebühr“ nach allgemeinem Sprachgebrauch kein Entgelt für das dem Darlehensnehmer eingeräumte Sondertilgungsrecht darstelle, was es sonst vielleicht wirksam gemacht hätte.

Während diese „Darlehensgebühr“ und ähnliche Bearbeitungsentgelte also auch in Bausparverträgen unwirksam sind, wurde auf der anderen Seite entschieden, dass die Vereinbarung einer bereits zu Beginn der Ansparphase zu zahlenden „Abschlussgebühr“ nicht als unangemessen anzusehen sei.

Aus praktischer Sicht muss man demgemäß feststellen, dass mit diesem Urteil eine weitere Schlacht zu den Bearbeitungsentgelten geschlagen ist. Offen bleibt damit vor allem noch die Wirksamkeit von Bearbeitungsentgelten im Firmenkundengeschäft (ohne Förderdarlehen), die bundesweit noch sehr unterschiedlich beurteilt wird. Diese Frage bleibt spannend!

Rechtsanwalt Berthold Straetmanns

dmp@derra-ul.de

Stand: 03/2017

10 Mär
2017

BGH entscheidet zur Möglichkeit, das Wechselmodell durch Umgangsregelungen familiengerichtlich anordnen zu lassen

Lange war es umstritten und die Gerichte taten sich schwer, gegen den Willen eines Elternteils das sogenannte Wechselmodell, im Rahmen dessen Eltern ihre Kinder im gleichen Umfang betreuen, gerichtlich anzuordnen.

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Lange war es umstritten und die Gerichte taten sich schwer, gegen den Willen eines Elternteils das sogenannte Wechselmodell, im Rahmen dessen Eltern ihre Kinder im gleichen Umfang betreuen (paritätisches Wechselmodell), gerichtlich anzuordnen. Nach der bisherigen Ansicht der Gerichte bot weder die Gesetzeslage im Umgangsrecht noch die Gesetzeslage zur elterlichen Sorge eine eindeutige Möglichkeit, dass zwischenzeitlich immer häufiger praktizierte paritätische Wechselmodell gerichtlich anzuordnen, wenn einer der Elternteile dies nicht mittrug.

Nun hat der BGH in seiner Entscheidung vom 01.02.2017, Az. XII ZB 601/15, klargestellt, dass das Gesetz keine Beschränkung des Umgangsrechts dahingehend enthalte, dass vom Gericht angeordnete Umgangskontakte nicht letztlich zu hälftigen Betreuungsanteilen der Eltern führen dürfen. Vielmehr sei es vom Gesetzeswortlaut gedeckt, dass auch eine Betreuung des Kindes durch hälftige Aufteilung der Umgangszeiten gelebt wird. Das gelte ungeachtet dessen, dass das Gesetz selbst vom sogenannten Residenzmodell ausgeht, also ein Elternteil das Kind im Wesentlichen betreut und der andere Elternteil in aller Regel Wochenendumgang wahrnimmt. Eine zum paritätischen Wechselmodell führende Umgangsregelung stehe vielmehr mit dem gemeinsamen Sorgerecht in Einklang, zumal beide Eltern gleichberechtigte Inhaber der elterlichen Sorge sind. Die Anordnung der Betreuung des Kindes im paritätischen Wechselmodell ist jedoch immer noch an die Voraussetzungen geknüpft, dass diese Form der Betreuung dem Kindeswohl am besten entspricht.

Rechtsanwältin Kerstin Rendant-Kühne

dmp@derra-dd.de

Stand: 03/2017

Veranstaltungen

12 Sep
2017

LSZ Training: Sourcing Life Cycle Management

Referent
Dr. Jens Eckhardt

Ort
Wien

Programm und Anmeldung
23 Jun
2017

Risikofeld Datenschutz: Hinweise für die Verwalterpraxis

Referent
Dr. Jens Eckhardt

Ort
Frankfurt a.M.

Programm und Anmeldung
31 Mai
2017

Erstellung von Bilanzen insolventer Unternehmen – Kehrtwende des BGH bei der Steuerberaterhaftung (Urteil vom 26.01.2017, IX ZR 285/14)

Referent
Gunter Tarkotta, Annika Rutschow

Ort
Dresden

Programm und Anmeldung
17 Mai
2017

Experts Corner: Polen - Geschäftsmöglichkeiten

Referent
Anna Adamczak, Mario Rugiano

Ort
Mailand

Programm und Anmeldung
11 Mai
2017

Wirtschaftstag Italien - Ihr erfolgreicher Einstieg in das Italien-Geschäft

Referent
Karl-Heinz Lauser, Dr. Stefanie Lebek

Ort
Ulm

Programm und Anmeldung
10 Mai
2017

Dialog 2017 – 6. Fachforum für Enterprise Information Management

"Cloud Privacy Check (CPC) - Mit 4 Fragen in die Cloud"

Referent
Dr. Jens Eckhardt

Ort
Hamburg

Veranstaltungszeitraum
10.05.2017 bis 12.05.2017

Programm und Anmeldung
05 Mai
2017

9. Deutsch-Italienisches Anwaltsseminar

Referent
Karl-Heinz Lauser

Ort
Castello di Vezio - Lago di Como (Italien)

Veranstaltungszeitraum
05.05.2017 bis 06.05.2017

Programm und Anmeldung
03 Mai
2017

Vernissage: Recht trifft Kunst

Ort
Düsseldorf

Programm und Anmeldung

Herzlich willkommen auf der Internetpräsenz der Kanzlei Derra, Meyer & Partner!

Viele Dinge des täglichen Lebens tangieren Bereiche des Rechts, im Privaten sowie im Geschäftlichen gleichermaßen. Es entsteht ein Spannungsgefüge, das mit komplexen Rechtsvorschriften und dementsprechenden Risiken verbunden ist. Als spezialisierte Rechtanwälte, Steuerberater und Sanierungsberater sehen wir unsere Aufgabe darin, Sie bei Ihren Vorhaben partnerschaftlich zu begleiten. Derra, Meyer & Partner Rechtsanwälte PartGmbB vertritt Ihre Interessen in nahezu allen Rechtsgebieten mit einer besonderen Spezialisierung auf den internationalen Rechtsverkehr.

Juristische Vertretung im In- und Ausland

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Die Berücksichtigung aller juristischen Aspekte – gelebte Praxis bei dmp

Durch das in unseren Büros gebündelte Know-how wissen wir, dass sich im Laufe einer juristischen Auseinandersetzung stets mehrere Optionen ergeben können. Die Fokussierung auf juristisches Wissen, das durch die Fachanwaltstitel vieler unserer Berufsträger nachgewiesen ist, bildet dabei die Basis. Von Fall zu Fall unterstützen wir Sie in allen rechtlichen Aspekten sowohl beratend, als auch vor Gericht oder im Rahmen besonderer Schieds- und Mediationsverfahren.
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Besondere Schwerpunkte unserer Tätigkeit sind:

  • Grenzüberschreitende Transaktionen und Fragestellungen, mit dem Fokus auf Rechtsverkehr von Deutschland mit Italien, Russland, Polen und Dänemark
  • Insolvenzrecht und Insolvenzberatung
  • Arbeitsrecht
  • Handels- und Gesellschaftsrecht
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  • Datenschutz- und IT-Recht
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Gemäß dem Ansatz eines Full-Service-Dienstleisters sind auch Steuerberater bei Derra, Meyer & Partner tätig, die bei steuerrechtlichen oder betriebswirtschaftlichen Fragestellungen jederzeit hinzugezogen werden können. Soweit erforderlich kooperieren wir auch mit externen Steuerberatern und Wirtschaftsprüfern.

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