15 Sep
2016

Dresden

Im Jahr 1995 gründete der Würzburger Wirtschaftsprüfer Dr. Karl-Heinz Wehner in Dresden die erste ostdeutsche Privatbank.

Am 07.04.2003 verhängte die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht über die BFI Bank AG ein Moratorium. Dem folgte der Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens am 13.05.2003. Das Amtsgericht Dresden gab diesem Antrag am 16.07.2003 statt und bestellte Rechtsanwalt Hans-Jörg Derra zum Insolvenzverwalter.

Ursächlich für die Insolvenz der Bank war neben konjunkturellen Einflüssen infolge der Krise am ostdeutschen Immobilienmarkt auch eine Vielzahl von hausgemachten Problemen. Die Bank verfügte über keine funktionierenden Organisationsstrukturen und versuchte, der eingetretenen Ertragsschwäche durch riskante Fondsfinanzierungen entgegen zu treten. Die Krise der Bank verschärfte sich durch den fehlgeschlagenen Versuch der Beteiligung an einem luxemburgischen Bankinstitut.

Im Jahr 2002 hat die Staatsanwaltschaft Würzburg Ermittlungen gegen den Mehrheitsaktionär der Bank, ihren Justiziar und Personen, die zur Vertriebsstruktur gehörten, aufgenommen. Durch diese Ermittlungen, die 2004 zur Verurteilung der Beteiligten führten, eskalierten die Schwierigkeiten der Bank.

Die Abwicklung der Bank stellte angesichts der Anzahl der Beteiligten eine Herkulesaufgabe dar. Insgesamt mussten ca. 69.000 Kundenbeziehungen abgewickelt werden, darunter mehr als 15.000 Geschäftsbeziehungen zu Kunden, die Geldeinlagen getätigt hatten. Mehr als 46.000 Sparverträge wurden durch die BFI Bank AG verwaltet. Hinzu kamen fast 7.000 Kreditverhältnisse und die Verwaltung von mehr als 1.000 Wertpapierdepots.

Die BFI Bank AG war nicht durch den privaten Einlagensicherungsfonds der deutschen Banken abgesichert. Es bestand lediglich der gesetzliche Schutz nach dem Einlagensicherungs- und Anlegerentschädigungsgesetz. Demnach erhielten die Einleger der Bank eine Entschädigung in Höhe von 90 % ihrer Einlagen, maximal jedoch 20.000,00 €. Die Entschädigungseinrichtung deutscher Banken GmbH zahlte hierfür an die Berechtigten fast 130 Mio. € aus.

Die Insolvenzmasse speiste sich aus dem Einzug von Kreditforderungen. Eine Vielzahl der Kreditverhältnisse war notleidend bzw. streitig. Darüber hinaus konnten Gelder durch den Verkauf von Beteiligungen und der Durchsetzung von Haftungs- und Schadenersatzansprüchen realisiert werden.

Mit Abschluss des Verfahrens erhalten die Gläubiger nunmehr eine Befriedigung ihrer Forderung in Höhe von ca. 46,12 %. Hiervon wurden 39 % bereits in der Zeit zwischen 2005 und 2011 im Rahmen von drei Vorabverteilungen ausbezahlt. Die Schlussauszahlung in Höhe von ca. 7,12 % hat zwischenzeitlich die meisten Gläubiger erreicht. Gläubiger, die keine Benachrichtigung des Insolvenzverwalters erhielten, werden gebeten, umgehend mit diesem Kontakt aufzunehmen. Sie erreichen den Insolvenzverwalter unter Telefon 0351/8339-531, Telefax 0351/8339-493, E-Mail insolvenz@bfi-bank.com.

Diplom-Volkswirt
Hans-Jörg Derra
Rechtsanwalt
Insolvenzverwalter

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