21 Nov
2016

Pressemitteilung - Datenschutzrecht leichtgemacht

Anwälte aus über 32 Ländern haben mit dem Cloud Privacy Check (CPC) die größte europäische Informationsplattform geschaffen, die kostenlos und auf einfachste Art und Weise Datenschutzgesetze erklärt und 32 Ländergesetze direkt vergleichbar macht. Damit können Unternehmen tausende Euro sparen.

Die Komplexität der derzeitigen europäischen Datenschutzgesetze zu verstehen ist für den IT-Ingenieur, Einkäufer oder geschäftlichen Nutzer schon schwierig genug. In Kombination mit den oft kleinen, aber dennoch bedeutsamen Unterschieden zwischen den EU-Mitgliedsstaaten können sich jedoch ohne geeignete juristische Begleitung von Beginn an fast unüberwindbare Herausforderungen auftun.

Dr. Jens Eckhardt: “Hier in Europa sind es leider nicht nur die vielen verschiedenen Sprachen, die es uns schwermachen: Cloud-Dienstleister und Nutzer gleichermaßen sehen sich mit schwerwiegenden datenschutzrechtlichen Hürden konfrontiert, die zu massiven und inakzeptablen Wettbewerbsnachteilen z.B. im Vergleich mit den USA führen.

Ein stark vereinfachter Ansatz wurde jetzt von Dr. Tobias Höllwarth (EuroCloud) gemeinsam mit Dr. Jens Eckhardt und Anwälten aus ganz Europa präsentiert. Auf dem Web-Portal cloudprivacycheck.eu findet man den Cloud Privacy Check (CPC), eine visuell gestaltete Infografik, die in 26 Sprachen die Prinzipien des Datenschutzgesetzes leicht verständlich macht. Der Rechtssuchende erkennt rasch, worauf es ankommt.

Zweck des Cloud Privacy Check ist es, bestimmte Entscheidungen und Prozesse für die meisten Betroffenen zu vereinfachen. Zusätzlich dazu bietet die Data Protection Compliance Datenbank hochrelevante rechtliche Informationen für 32 Länder, die leicht miteinander verglichen werden können.

Tobias Höllwarth (EuroCloud): “Das ist ein europäisches Projekt. Mit dem CPC Portal haben wir die größte europäische Informationsplattform geschaffen, die kostenlos und auf einfachste Art und Weise Datenschutzgesetze erklärt und 32 Ländergesetze direkt vergleichbar macht. Damit können Unternehmen tausende Euro sparen.“                                           

Rechtsanwalt Dr. Jens Eckhardt
Derra, Meyer & Partner Rechtsanwälte PartGmbB                                                  

Dr. Tobias Höllwarth                                             
EuroCloud Austria    

 

Link: Infografik Cloud Privacy Check (CPC)

Siehe auch die Berichterstattung im Fachportal CloudComputing Insider
http://www.cloudcomputing-insider.de/europaeisches-datenschutzrecht-leicht-verstaendlich-gemacht-a-561568/

 

 

 

Interview:

Frage: Was ist der Mehrwert des Cloud Privacy Checks?

Dr. Jens Eckhardt: Der Cloud-Service-Kunde bekommt mit dem Cloud Privacy Check eine erste Einsicht, wie er vorgehen muss. Eine Detailprüfung mit einem juristischen Spezialisten kann der Cloud Privacy Check zwar nicht ersetzen, aber das grundsätzliche rechtliche Raster liegt vor – das spart Zeit und erleichtert einen kosteneffizienten Einstieg in die Rechtsberatung.

 

Frage: Wie sieht denn z. B. die Prüfung unter dem ersten Prüfschritt aus?

Dr. Jens Eckhardt: In der ersten Stufe des CPC prüfen wir, ob ein Dienst überhaupt personenbezogene Daten erfasst. Ist die Antwort „ja“, muss die zweite Stufe des Cloud Privacy Checks durchgeführt werden. In der zweiten Stufe prüfen wir dann, ob eine Drittpartei Personendaten verarbeitet oder auf diese zugreifen kann. Dabei ist die technische Ausgestaltung der Dienstleistung entscheidend, und es lässt sich ein sogenannter Umschlagspunkt definieren.

 

Frage: Gibt es national abweichende Regelungen?

Dr. Jens Eckhardt: Es gibt fast in jedem Land kleine Abweichungen und Besonderheiten. Und genau darauf kommt es an, denn diese muss man kennen. Dafür haben wir den Data Privacy Compliance Report entwickelt. Es handelt sich um Länderberichte, die alle gleich strukturiert und in der gleichen juristischen Sprache abgefasst sind. Die kleinen Abweichungen, von denen ich gesprochen habe, sind dabei jeweils orange markiert.

 

Frage: Wie wollen Sie mit dem CPC nun fortfahren?

Dr. Jens Eckhardt: Wir haben jetzt ein internationales Netzwerk mit Anwaltsfirmen in über 30 Ländern aufgebaut, und der CPC ist in 26 Sprachen frei verfügbar. Dieses Informationsportal soll Menschen dabei helfen, ganz einfach und schnell Datenschutzrecht verstehen und anwenden zu können und viele Länder zu vergleichen. Die CPC-Website soll das wichtigste Informationsportal in Datenschutzfragen werden. Wir werden die neue Europäische Datenschutzverordnung (Datenschutz-Grundverordnung – DS-GVO)  integrieren, die wichtigsten Fragen von Unternehmen beantworten und laufend die wichtigsten Themen verständlich und kostenlos aufarbeiten.

 

Frage: Ist der CPC auch für größere Kunden mit eigenen Rechtsdiensten geeignet?

Dr. Jens Eckhardt: Ja. Die Verwendung des CPC sollte jedoch gut mit dem internen Rechtsdienst abgestimmt werden. Man darf nicht vergessen, dass der CPC eine vollständige juristische Bewertung nicht ersetzen kann. Für eine solche sind die internen Rechtsabteilungen zuständig. Diese kennen die Herausforderungen des eigenen Unternehmens meist am besten. Wenn der CPC aber früh im Prozess mit dem internen Rechtsdienst besprochen wird, kann er helfen, auch innerhalb des Unternehmens eine gemeinsame Sprache für Datenschutzfragen zu finden.  Der CPC erleichtert dann aber auch die Kommunikation mit externen Rechtsberatern.

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