Willkommen auf der Internetpräsenz der Kanzlei Derra, Meyer & Partner!

Viele Dinge des täglichen Lebens tangieren Bereiche des Rechts, im Privaten sowie im Geschäftlichen gleichermaßen. Es entsteht ein Spannungsgefüge, das mit komplexen Rechtsvorschriften und dementsprechenden Risiken verbunden ist. Als spezialisierte Rechtanwälte, Steuerberater und Sanierungsberater sehen wir unsere Aufgabe darin, Sie bei Ihren Vorhaben partnerschaftlich zu begleiten. Derra, Meyer & Partner Rechtsanwälte PartGmbB vertritt Ihre Interessen in nahezu allen Rechtsgebieten mit einer besonderen Spezialisierung auf den internationalen Rechtsverkehr.

Juristische Vertretung im In- und Ausland

Derra, Meyer & Partner Rechtsanwälte PartGmbB versteht sich als Full-Service-Dienstleister und ist derzeit an elf Kanzleistandorten vertreten. Ausgehend von der Gründung im Jahre 1980 durch Hans-Jörg Derra, begann die Expansion unseres Netzwerks in allen Teilen Deutschlands, in Italien und Polen. Durch verschiedene Kooperationen ist es uns möglich, Ihnen darüber hinaus eine Vertretung in Rechtsangelegenheiten in Russland, Dänemark und im Baltikum anzubieten.

Unsere Unternehmensphilosophie ist daran ausgerichtet, Potenziale auszuschöpfen – nach diesem Prinzip arbeiten über 40 Rechtsanwälte an der Durchsetzung Ihrer Interessen. Wir begleiten Sie bei Ihrem Anliegen und sorgen dafür, mögliche Risiken weitestgehend abzusichern. Im Verbund von Derra, Meyer & Partner Rechtsanwälte PartGmbB arbeiten spezialisierte Rechtsanwälte, Insolvenzverwalter, Steuerberater und Sanierungsberater stets daran, Chancen und Möglichkeiten für Sie nutzbar zu machen.

Über 30 Jahre Einsatz für die Interessen unserer Mandanten - europaweit

Eines der zentralen Anliegen unserer Tätigkeit ist es, Vertrauen aufzubauen. Wir wollen ein zuverlässiger Ansprechpartner sein für alle inländischen, aber auch grenzüberschreitenden Rechtsangelegenheiten im privaten und geschäftlichen Bereich. Unser Engagement gilt Unternehmern und Privatpersonen, aber ebenso auch Institutionen und Verbänden. Durch über 30 Jahre Erfahrung ist es uns möglich, Kompetenzen genau an der Stelle zu binden, wo sie benötigt werden – an insgesamt acht deutschen Kanzleistandorten sowie mit eigenen Niederlassungen in Italien und Polen. Werden Aspekte des ausländischen Rechts berührt, stellt dies kein Hindernis in der Bearbeitung Ihres Falles dar. Derra, Meyer & Partner setzt im internationalen Rechtsverkehr auf Kooperationen innerhalb der DIRO, einem europäischen Rechtsanwaltsnetzwerk, deren Gesellschafter dmp ist.

Die Berücksichtigung aller juristischen Aspekte – gelebte Praxis bei dmp

Durch das in unseren Büros gebündelte Know-how wissen wir, dass sich im Laufe einer juristischen Auseinandersetzung stets mehrere Optionen ergeben können. Die Fokussierung auf juristisches Wissen, das durch die Fachanwaltstitel vieler unserer Berufsträger nachgewiesen ist, bildet dabei die Basis. Von Fall zu Fall unterstützen wir Sie in allen rechtlichen Aspekten sowohl beratend, als auch vor Gericht oder im Rahmen besonderer Schieds- und Mediationsverfahren.

Die Vielfalt unseres Netzwerks wird durch kulturelle und branchenspezifische Kompetenz unterstrichen. Wir verstehen unsere Tätigkeit als Vermittler in Zeiten einer sich stetig beschleunigenden Globalisierung und Digitalisierung, im Wirtschaftsleben oder dem privaten Umfeld gleichermaßen.

Besondere Schwerpunkte unserer Tätigkeit sind:

Grenzüberschreitende Transaktionen und Fragestellungen, mit dem Fokus auf Rechtsverkehr von Deutschland mit Italien, Russland, Polen und Dänemark

  • Insolvenzrecht und Insolvenzberatung
  • Arbeitsrecht
  • Handels- und Gesellschaftsrecht
  • Vertriebsrecht
  • Datenschutz- und IT-Recht
  • Steuer- und Wirtschaftsstrafrecht

Gemäß dem Ansatz eines Full-Service-Dienstleisters sind auch Steuerberater bei Derra, Meyer & Partner tätig, die bei steuerrechtlichen oder betriebswirtschaftlichen Fragestellungen jederzeit hinzugezogen werden können. Soweit erforderlich kooperieren wir auch mit externen Steuerberatern und Wirtschaftsprüfern.

Setzen Sie Ihr Vertrauen in Derra, Meyer & Partner – Ihr starker Partner in allen Rechtsaspekten, privat oder geschäftlich!

Aktuelles

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13 Okt
2017

Insolvenzverfahren über das Vermögen der BFI Bank AG, Dresden, Az. 556 IN 1246/03

Im Jahr 2003 eröffnete das Amtsgericht Dresden das Insolvenzverfahren über das Vermögen der BFI Bank AG. Am 06.10.2015 fand der Schlusstermin statt.

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Im Jahr 2003 eröffnete das Amtsgericht Dresden das Insolvenzverfahren über das Vermögen der BFI Bank AG. Am 06.10.2015 fand der Schlusstermin statt. Der Schlussbericht, die Schlussrechnungslegung und das vom Verwalter vorgelegte Verteilungsverzeichnis wurden von den Gläubigern bestätigt.

Die meisten Gläubiger erhielten auf ihre festgestellten Forderungen in drei Vorabverteilungen bereits eine Insolvenzquote von 39% ausbezahlt. Die Schlussverteilung von weiteren 7,12% ist zum überwiegenden Teil abgeschlossen.

So wurden bislang an 10.960 Gläubiger die Zahlungen veranlasst. Ungefähr 3.600 Quotenzahlungen sind noch offen, da die Gläubiger keine Bankverbindung mitteilten oder unbekannt verzogen sind. Die diesen Gläubigern zustehenden Gelder werden zu hinterlegen sein.

Eine Aufhebung des Verfahrens kann erst nach vollständiger Verteilung oder Hinterlegung erfolgen. Hiermit ist frühestens im IV. Quartal 2017 zu rechnen.

Stand: Dezember 2016

13 Okt
2017

Aktueller Newsletter zum Steuer- und Wirtschaftsstrafrecht

Unsere Spezialisten für Steuer- und Wirtschaftsstrafrecht haben im neuesten Newsletter von Oktober 2017 wichtige Themen zu strafrechtlichen Fallstricken im Rahmen der Unternehmensführung aufgegriffen.

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Unsere Spezialisten für Steuer- und Wirtschaftsstrafrecht haben im neuesten Newsletter von Oktober 2017 wichtige Themen zu strafrechtlichen Fallstricken im Rahmen der Unternehmensführung aufgegriffen. Verschaffen Sie sich einen Überblick über das geltende Unternehmensstrafrecht, zu Sanktionen bei unerlaubter Beschäftigung ausländischer Arbeitnehmer sowie zur kürzlich in Kraft getretenen Reform der Strafprozessordnung.

11 Okt
2017

Alles neu im Datenschutz

Lesen Sie den Beitrag unseres Kollegen Dr. Eckhardt „Die gesetzlichen Vorgaben bei der Verarbeitung personenbezogener Daten sind eine Herausforderung für den Mittelstand“ im aktuellen IHK Magazin „Wirtschaft in Ostwürttemberg“. Einen Link zu der IHK-Veranstaltung „Der Countdown läuft: Die neue EU-Datenschutz-Grundverordnung kommt!“am 08.11.2017 finden Sie unter unserer Rubrik Veranstaltungen.

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10 Okt
2017

„Digitalisierung - Mit Fokus auf IT-Sicherheit“ – Sonderbeilage zur DIE WELT

Das Thema Digitalisierung nimmt in unserer Wirtschaftswelt eine immer größere Bedeutung ein. Die Tageszeitung „Die Welt“ hat dieses Thema in der Sonderbeilage „Digitalisierung - Mit Fokus auf IT-Sicherheit“ aufgegriffen, auf die wir gerne verweisen möchten. Lesen Sie u.a. im Advertorial der DIRO AG auf Seite 9 eine Stellungnahme unseres Kollegen Dr. Eckhardt zu Compliance und EU-Datenschutz-Recht.

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09 Okt
2017

Das Transparenzregister

Mit Änderung des Geldwäschegesetzes wurde am 24.06.2017 die 4. Europäische Geldwäscherichtlinie 2015/849 umgesetzt.

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Mit Änderung des Geldwäschegesetzes (GWG) wurde am 24.06.2017 die 4. Europäische Geldwäscherichtlinie (EU) 2015/849 umgesetzt. Damit wurde ein Transparenzregister geschaffen, welches bezweckt, Angaben zu wirtschaftlich Berechtigten von juristischen Personen und eingetragenen Personengesellschaften sowie von Trusts zu erfassen und zugänglich zu machen.

Juristische Personen des Privatrechts (u.a. AG, GmbH, UG (haftungsbeschränkt), Vereine) und eingetragene Personengesellschaften (u.a. OHG, KG, PartG) sind nunmehr verpflichtet, bis zum 01.10.2017 Angaben zu den eigenen wirtschaftlich Berechtigten einzuholen, aufzubewahren, auf dem aktuellen Stand zu halten und schließlich der registerführenden Stelle unverzüglich mitzuteilen (§ 20 Abs. 1 S. 1 GWG). Die gleichen Pflichten gelten gemäß § 21 GWG auch für die Verwalter von Trusts sowie für Treuhänder von nichtrechtsfähiger Stiftungen oder ähnlicher Rechtsgestaltungen mit Wohnsitz oder Sitz in Deutschland. Diese Informationseinholungs- und Mitteilungspflicht der betroffenen Gesellschaften wird flankiert von der Pflicht des wirtschaftlich Berechtigten, den betroffenen Gesellschaften entsprechende Angaben zur Verfügung zu stellen.

Als wirtschaftlich Berechtigter im Sinne des Gesetzes gilt jede natürliche Person, die unmittelbar oder mittelbar mehr als 25 % der Kapitalanteile hält, mehr als 25 % der Stimmrechte kontrolliert oder auf vergleichbare Weise Kontrolle über der Gesellschaft ausübt (§ 3 GWG). Eine solche mittelbare Kontrolle liegt insbesondere dann vor, wenn entsprechende Anteile von einem oder mehreren Unternehmen gehalten werden, die wiederum von einer natürlichen Person kontrolliert werden. Dazu gehören auch die Fälle, bei denen Anteile von einer Person im Rahmen einer Treuhandvereinbarung für den wirtschaftlich Berechtigten gehalten werden. Maßgeblich ist damit die natürliche Person, die am Ende einer Beteiligungskette steht.

Dem Transparenzregister sind gemäß § 19 Abs. 1 GWG folgende Angaben mitzuteilen: Vor- und Nachname, ggf. Staatsangehörigkeit, Geburtsdatum, Wohnort des wirtschaftlich Berechtigten sowie Art und Umfang des wirtschaftlichen Interesses. Aus den Angaben zu Art und Umfang des wirtschaftlichen Interesses muss dabei deutlich werden, woraus sich die Stellung als wirtschaftlich Berechtigter ergibt. Dazu gehört in erster Linie die Höhe der Kapitalanteile oder der Stimmrechte, aber auch eine mögliche Funktion des Berechtigten als gesetzlicher Vertreter, Geschäftsführer, Gesellschafter oder Begünstigter der Gesellschaft oder ähnliche Funktionen, die eine Kontrolle der Gesellschaft auf sonstige Weise ermöglichen.

Von dieser Mitteilungspflicht sind solche Gesellschaften befreit, bei denen sich die erforderlichen Angaben zum wirtschaftlich Berechtigten bereits aus elektronisch abrufbaren Dokumenten und Eintragungen in deutschen öffentlichen Registern ergeben. Dazu zählen unter anderem Eintragungen im Handels-, Partnerschafts- oder Vereinsregister. Daher sind in erster Linie solche Gesellschaften von dieser Pflicht befreit, deren Gesellschafter natürliche Personen sind.

Handelt es sich dagegen um Beteiligungen, bei denen eine weitere juristische Person als Gesellschafterin zwischengeschaltet ist oder ein Treuhandverhältnis besteht, so ist die Gesellschaft von dieser Meldepflicht betroffen. Insbesondere trifft dies auf ausländische Gesellschaften zu, da es bei den Informationen, aus denen sich die wirtschaftliche Berechtigung ergeben muss, ausschließlich auf inländische Register abgestellt wird und in diesem Fall die Beteiligungsverhältnisse an der zwischengeschalteten ausländischen Gesellschaft in Deutschland nicht ersichtlich ist.

Verstöße gegen die Transparenzpflichten können mit einer Geldbuße bis zu EUR 100.000,00 geahndet werden.

Bestehen Zweifel, ob Mitteilungspflichten schon durch Informationen erfüllt sind, die bereits in anderen deutschen Registern veröffentlicht sind, können Angaben über den wirtschaftlich Berechtigten ebenfalls zum Transparenzregister gemeldet werden. Die Meldepflicht verlangt zudem, dass alle späteren Änderungen zu wirtschaftlich Berechtigten ohne gesonderte Aufforderung mitzuteilen sind.

Das Transparenzregister wird vom Bundesanzeiger Verlag unter dem folgenden Link geführt: https://www.transparenzregister.de.

Wenn Sie Fragen zu etwaigen Meldepflichten, Einsichtsrechten und möglichen Einschränkungen von Einsichtsrechten haben, beraten unsere Rechtsanwälte Sie gern.

Rechtsanwalt Alexander Shmagin

dmp@derra-b.de

Stand: 10/2017

04 Okt
2017

Unternehmensstrafrecht – das gibt’s doch nicht! Oder doch?

Durch die aktuellen Wirtschaftsskandale (bspw. CO2-Abgas-Affäre) beflügelt, werden in den letzten Jahren die Stimmen und Forderungen nach einem Unternehmensstrafrecht in Deutschland lauter.

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Durch die aktuellen Wirtschaftsskandale (bspw. CO2-Abgas-Affäre) beflügelt, werden in den letzten Jahren die Stimmen und Forderungen nach einem Unternehmensstrafrecht in Deutschland lauter. Unter Unternehmensstrafrecht im engeren Sinne wird hierbei die unmittelbare Sanktionierung und Bestrafung von Unternehmen und Verbänden, also juristischen Personen (AG, GmbH, Vereine, etc.) und Personenverbänden (OHG, KG, GbR, etc.) verstanden, die durch ihre Mitarbeiter und/oder handelnden Organe im Rahmen ihrer Geschäftstätigkeit Straftaten und Ordnungswidrigkeiten begangen haben.

Nach derzeitiger Rechtslage ist dies wegen des Schuldprinzips nicht möglich, so dass kein eigentliches Unternehmensstrafrecht in Deutschland existiert. Nur natürliche Personen (in einem Unternehmen bspw. Manager, Vorstände, Geschäftsführer, sonstige Verantwortliche) können sich schuldhaft und damit strafbar verhalten und hierfür bestraft werden. Für ein Unternehmen oder einen Personenverband ist eine Sanktionierung nach dem Strafrecht nicht möglich, so dass im Beispielsfall der Abgas-Affäre eine etwaige Strafbarkeit von Automobilunternehmen wegen Betruges infolge von Abgasmanipulationen in Deutschland nicht gegeben ist. Anders hingegen ist die Situation im anglo-amerikanischen Rechtsraum, aber auch in Teilen von Europa, in welchen Verbandsstrafgesetze eingeführt und mit Blick auf die USA für die betroffenen Unternehmen zu drakonischen Geldstrafen in Milliardenhöhe führen können.

 

Aber Unternehmensgeldbuße, § 30 OWiG!

Doch auch in Deutschland hat der Gesetzgeber bereits im Jahr 1968 mit der Einführung des Gesetzes über Ordnungswidrigkeiten (OWiG) Regelungen – insbesondere § 30 OWiG – geschaffen und im Laufe der Jahre mit der Zielrichtung „crime does not pay“ (Verbrechen lohnt sich nicht) immer weiter verschärft, um gegen juristische Personen und Personenvereinigungen Geldbußen verhängen zu können, die neben der Ahndung für den Gesetzesverstoß durch Verantwortliche des Unternehmens auch die Gewinnabschöpfung vorsehen.

Zuletzt mit dem Gesetz zur Reform der strafrechtlichen Vermögensabschöpfung vom 13.4.2017, das am 1.7.2017 in Kraft getreten ist, wurden neben der Einziehung von Taterträgen nach den strafrechtlichen Vorschriften der §§ 73 ff. StGB auch § 29a und § 30 OWiG neu gefasst. Diese Regelungen ermöglichen es einerseits, das aus der Tat Erlangte einzuziehen, also dem Täter oder demjenigen (Unternehmen), dem Vorteile aus der Tat zugeflossen sind, diese Vorteile wieder zu nehmen, und andererseits über § 30 OWiG Geldbußen von bis zu zehn Millionen Euro und mehr gegen Unternehmen festzusetzen.

 

Geldbuße bis zu 10 Millionen Euro und mehr möglich

§ 30 OWiG regelt als gesetzlicher Ausnahmetatbestand die Möglichkeit der Verhängung von Geldbußen bis zu zehn Millionen Euro und darüber hinaus gegen juristische Personen (GmbH oder AG) und Personenvereinigungen (KG, OHG oder GbR) für den Fall, dass von einem Repräsentanten/Organ des Unternehmens oder Verbandes eine Straftat oder Ordnungswidrigkeit begangen wurde, die eine betriebsbezogene Pflichtverletzung beinhaltet. Hierbei ist nicht einmal erforderlich, dass die handelnde Person tatsächlich wegen der Straftat oder Ordnungswidrigkeit verurteilt wird. § 30 Abs. 4 OWiG ermöglicht auch die selbständige Festsetzung einer Unternehmensgeldbuße, wenn das Straf- oder Bußgeldverfahren gegen den Täter nicht eingeleitet, eingestellt oder von Strafe abgesehen wird. Ein Bußgeld von zehn Millionen kann nach § 30 Abs. 2 Satz 4 OWiG auch überschritten werden, wenn auf die Regelungen des § 30 OWiG verwiesen wird und einzelne Tatbestände des OWiG höhere Geldbußen vorsehen.

Damit wird deutlich, dass auch in Deutschland Regelungen außerhalb eines eigentlichen Unternehmensstrafrechts bestehen, die bei unternehmensbezogenen Straftaten und Ordnungswidrigkeiten zu empfindlichen und zum Teil für das Unternehmen existentiellen Sanktionen führen können.

 

Aktuelle Beispiele aus der Rechtsprechung

Dass die Regelungen des § 30 OWiG im Wirtschaftsstrafrecht kein Schattendasein führen und in der täglichen Praxis der Strafverteidigung durchaus eine Rolle spielen, bestätigen zwei Entscheidungen des 1. und 3. Strafsenats des BGH von Mai diesen Jahres. Mit Urteil vom 9.5.2017 (1 StR 265/16) äußerte sich der BGH insbesondere auch zur Berücksichtigung von Compliance-Management-Systemen bei der Bemessung einer Geldbuße nach § 30 Abs. 1 OWiG. Hierbei stellte der BGH zunächst klar, dass der Ausgangspunkt für die Bemessung einer Geldbuße gegen das Unternehmen zunächst die Tat und die darin verwirklichte Schuld der Leitungsperson/en den Umfang der Vorwerfbarkeit bestimmten und damit Grundlage für die Bemessung eines Bußgeldes seien. Bei mehreren Beteiligten sei dabei der Schuldumfang aller an der Anknüpfungstat Beteiligten für die Bemessung eines Bußgeldes maßgeblich.

 

Compliance vermindert Bußgeld

Weiter führt der BGH aus, dass für die Bemessung eines Bußgeldes nach § 30 OWiG die Implementierung eines Compliance-Management-Systems von Bedeutung sei. Es komme darauf an, inwieweit das Unternehmen der Pflicht, Rechtsverletzungen aus seinem Umfeld zu unterbinden, genüge und ein effizientes Compliance-Management installiert habe, das auf die Vermeidung von Rechtsverstößen ausgelegt sein müsse. Dabei spiele auch eine Rolle, ob das Unternehmen nach der Tatentdeckung entsprechende Regelungen optimiert und betriebsinterne Abläufe so gestaltet habe, dass vergleichbare Normverletzungen zukünftig deutlich erschwert werden (BGH, Urt. v. 9.5.2017 – 1 StR 265/16).

In dieser Entscheidung wird zum einen deutlich, welche Bedeutung die Rechtsprechung einer präventiv wirksamen Compliance beimisst. Zum anderen ist ersichtlich, dass Compliance-Systeme einer ständigen Kontrolle, ggf. Optimierung und Anpassung mit dem Ziel und Bemühen unterzogen werden müssen, strafbare Handlungen zu verhindern. Sollte dies trotz aller Maßnahmen dann im Einzelfall nicht gelingen, kann ein Compliance-Management-System dennoch erheblich zur Reduzierung von Geldbußen nach § 30 OWiG beitragen.

Neben der Frage des Beginns der Verjährung bei Korruptionsdelikten befasst sich der 3. Strafsenat in einer Entscheidung vom 18.5.2017 (3 StR 103/17) mit der Frage der Abschöpfung von wirtschaftlichen Vorteilen bei der Bestimmung der Verbandsgeldbuße nach § 30 OWiG.

 

Höhe der Geldbuße = Ahndung und Gewinnabschöpfung

In dem der Senatsentscheidung zugrundeliegenden Fall hatte das Landgericht bei der Bemessung der Verbandsgeldbuße nur den damit verbundenen Ahndungsanteil bestimmt, ohne – nach Ansicht des BGH rechtsfehlerhaft – auch Feststellungen zum Abschöpfungsanteil zu treffen. Der BGH führt hierzu aus, dass der dem Unternehmen zugeflossene wirtschaftliche Vorteil regelmäßig die Untergrenze einer zu bestimmenden Geldbuße darstellt. Werde diese Untergrenze durch den Ahndungsanteil rechnerisch nicht erreicht, so werde der Restbetrag regelmäßig durch den Abschöpfungsanteil zu erfassen sein.

Diese Entscheidungen verdeutlichen, dass bereits heute de lege lata über die Reglungen des § 30 OWiG – entgegen aller Stimmen aus der Wirtschaft und Politik – mit erheblichen und ausreichenden Sanktionsmöglichkeiten unternehmensstrafrechtlichen Handlungen begegnet wird.

Rechtsanwalt Ralph E. Walker

dmp@derra-ul.de

Stand: 10/2017

Veranstaltungen

alle Veranstaltungen
29 Nov
2017

DATENFORUM 2018

(Keine) Neuerungen für die Werbe-Einwilligung nach der DS-GVO?

Referent
Dr. Jens Eckhardt

Ort
Düsseldorf

Veranstaltungszeitraum
29.11.2017 bis 30.11.2017

Programm und Anmeldung
11 Nov
2017

Fortbildungsveranstaltung Migrationsrecht - DAV

Freiberufler und Selbständige im Ausländerrecht und das dazugehörige Gesellschaftsrecht

Referent
Andreas Dippe, LL.M. , Christoph v. Planta

Ort
München

Programm und Anmeldung
08 Nov
2017

Der Countdown läuft: Die neue EU-Datenschutz-Grundverordnung kommt!

Referent
Dr. Jens Eckhardt

Ort
Heidenheim

Programm und Anmeldung
26 Okt
2017

BvD-Herbstkonferenz Datenschutz

Gutachten des BvD zu Stellung, Pflichten und Haftung des DSB in der DS-GVO

Referent
Stefan Eßer, Konrad Menz

Ort
Stuttgart

Veranstaltungszeitraum
26.10.2017 bis 27.10.2017

Programm und Anmeldung
26 Okt
2017

BvD-Herbstkonferenz Datenschutz

Zusammenarbeit bei Prüfungen und Kontrollen der Aufsichtsbehörden – Künftige Bußgeldpraxis in der EU

Referent
Dr. Jens Eckhardt , Dr. Stefan Brink, Landesbeauftragter Datenschutz Baden-Württemberg

Ort
Stuttgart

Veranstaltungszeitraum
26.10.2017 bis 27.10.2017

Programm und Anmeldung
19 Okt
2017

Änderungen des Bauvertragsrechts zum 01.01.2018

Referent
Joachim von Alvensleben, Kathleen Brauner

Ort
Dresden

Programm und Anmeldung

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