Willkommen auf der Internetpräsenz der Kanzlei Derra, Meyer & Partner

Viele Dinge des täglichen Lebens tangieren Bereiche des Rechts, im Privaten sowie im Geschäftlichen gleichermaßen. Es entsteht ein Spannungsgefüge, das mit komplexen Rechtsvorschriften und dementsprechenden Risiken verbunden ist. Als spezialisierte Rechtanwälte, Steuerberater und Sanierungsberater sehen wir unsere Aufgabe darin, Sie bei Ihren Vorhaben partnerschaftlich zu begleiten. Derra, Meyer & Partner Rechtsanwälte PartGmbB vertritt Ihre Interessen in nahezu allen Rechtsgebieten mit einer besonderen Spezialisierung auf den internationalen Rechtsverkehr.

Juristische Vertretung im In- und Ausland

Derra, Meyer & Partner Rechtsanwälte PartGmbB versteht sich als Full-Service-Dienstleister und ist derzeit an neun Kanzleistandorten vertreten. Ausgehend von der Gründung unserer Kanzlei im Jahre 1980 durch Hans-Jörg Derra, begann die Expansion unseres Netzwerks in allen Teilen Deutschlands sowie in Italien. Durch verschiedene Kooperationen ist es uns möglich, Ihnen darüber hinaus eine anwaltliche Vertretung in Polen, Russland und im Baltikum sowie europaweit über unsere Mitgliedschaft im europäischen Anwaltsnetzwerk DIRO anzubieten.

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Unsere Unternehmensphilosophie ist daran ausgerichtet, Potenziale auszuschöpfen – nach diesem Prinzip arbeiten über 40 Berufsträger an der Durchsetzung Ihrer Interessen. Wir begleiten Sie bei Ihrem Anliegen und sorgen dafür, mögliche Risiken weitestgehend abzusichern. Im Verbund von Derra, Meyer & Partner Rechtsanwälte PartGmbB arbeiten spezialisierte Rechtsanwälte, Insolvenzverwalter, Steuerberater und Sanierungsberater stets daran, Chancen und Möglichkeiten für Sie nutzbar zu machen.

Über 30 Jahre Einsatz für die Interessen unserer Mandanten - europaweit

Eines der zentralen Anliegen unserer Tätigkeit ist es, Vertrauen aufzubauen. Wir wollen ein zuverlässiger Ansprechpartner sein für alle inländischen, aber auch grenzüberschreitenden Rechtsangelegenheiten im privaten und geschäftlichen Bereich. Unser Engagement gilt Unternehmern und Privatpersonen, aber ebenso auch Institutionen und Verbänden. Durch über 30 Jahre Erfahrung ist es uns möglich, Kompetenzen genau an der Stelle zu binden, wo sie benötigt werden – an insgesamt acht deutschen Kanzleistandorten sowie mit eigener Niederlassung in Italien. Werden Aspekte des ausländischen Rechts berührt, stellt dies kein Hindernis in der Bearbeitung Ihres Falles dar. Derra, Meyer & Partner setzt im internationalen Rechtsverkehr auf Kooperationen innerhalb der DIRO, einem europäischen Rechtsanwaltsnetzwerk, deren Gesellschafter dmp ist.

Die Berücksichtigung aller juristischen Aspekte – gelebte Praxis bei dmp

Durch das in unseren Büros gebündelte Know-how wissen wir, dass sich im Laufe einer juristischen Auseinandersetzung stets mehrere Optionen ergeben können. Die Fokussierung auf juristisches Wissen, das durch die Fachanwaltstitel vieler unserer Berufsträger nachgewiesen ist, bildet dabei die Basis. Von Fall zu Fall unterstützen wir Sie in allen rechtlichen Aspekten sowohl beratend, als auch vor Gericht oder im Rahmen besonderer Schieds- und Mediationsverfahren.

Die Vielfalt unseres Netzwerks wird durch kulturelle und branchenspezifische Kompetenz unterstrichen. Wir verstehen unsere Tätigkeit als Vermittler in Zeiten einer sich stetig beschleunigenden Globalisierung und Digitalisierung, im Wirtschaftsleben oder dem privaten Umfeld gleichermaßen.

Besondere Schwerpunkte unserer Tätigkeit sind:

  • Grenzüberschreitende Transaktionen und Fragestellungen, mit dem Fokus auf Rechtsverkehr von Deutschland mit Italien, Russland und Polen
  • Insolvenzrecht und Insolvenzberatung
  • Arbeitsrecht
  • Handels- und Gesellschaftsrecht
  • Vertriebsrecht
  • Datenschutz- und IT-Recht
  • Steuer- und Wirtschaftsstrafrecht

Gemäß dem Ansatz eines Full-Service-Dienstleisters sind auch Steuerberater bei Derra, Meyer & Partner tätig, die bei steuerrechtlichen oder betriebswirtschaftlichen Fragestellungen jederzeit hinzugezogen werden können. Soweit erforderlich kooperieren wir auch mit externen Steuerberatern und Wirtschaftsprüfern.

Setzen Sie Ihr Vertrauen in Derra, Meyer & Partner – Ihr starker Partner in allen Rechtsaspekten, privat oder geschäftlich!

News

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18 Jan
2021

Crowdworker als Arbeitnehmer und strafrechtliche Konsequenzen für den Auftraggeber

Mit Urteil vom 01.12.2020 (Az. 9 AZR 102/20) entschied das BAG erstmals, dass Crowdworker auch Arbeitnehmer sein können. Durch entstehen für den Plattformbetreiber auch strafrechtliche Risiken.

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Mit Urteil vom 01.12.2020 (Az. 9 AZR 102/20) entschied das BAG erstmals, dass Crowdworker auch Arbeitnehmer sein können. Durch diese Entscheidung entstehen in erster Linie arbeitsrechtliche Probleme für den Plattformbetreiber, wie z.B. Urlaub, Kündigungsschutz, Entgeltfortzahlung und betriebliche Mitbestimmung.

In zweiter Linie entstehen für den Plattformbetreiber als Arbeitgeber auch strafrechtliche Probleme im Hinblick auf nicht gezahlte Arbeitnehmeranteile an die Krankenkassen. Es besteht daher das Risiko einer Strafbarkeit wegen der Vorenthaltung und Veruntreuung von Arbeitsentgelt gemäß § 266a StGB.

Was sind Crowdworker?

Crowdworker sind Solo-Selbständige, die über Internettplattformen, wie „Test IO“, „CrowdGuru“ oder „Clickworker“ ihre Dienste für Unternehmen anbieten. Diese Dienste können darin bestehen, für ein Unternehmen Texte zu schreiben, Software zu programmieren oder zu testen oder neue Produktideen zu entwickeln. Für diese Aufgaben benötigen Unternehmen heute keine eigenen Mitarbeiter mehr, sondern sie können diese Aufgaben über die entsprechenden Online-Anbieter an private Auftraggeber (sog. Crowdworker) auslagern.

Die Entscheidung des BAG

Dem BAG lag ein Fall zur Entscheidung vor, in dem ein Crowdworker mit einer Internetplattform eine Basisvereinbarung geschlossen hatte. Demnach konnte er Auftragsangebote auf der Internetplattform annehmen und im Kundenauftrag dort zur Verfügung gestellte Aufträge innerhalb einer bestimmte Zeit erledigen. Je mehr Aufträge ein Crowdworker bearbeitete, umso mehr Erfahrungspunkte konnte er sammeln und erhielt Zugang zu mehreren oder besseren Aufträgen.

Diesen Crowdworker stufte das BAG als Arbeitnehmer ein. Nach Auffassung des BAG war der Crowdworker für die Zeit, in der er die jeweiligen Aufträge bearbeitet hat, als Arbeitnehmer tätig.

Strafrechtliche Konsequenzen

Der Auftraggeber hatte jedoch aufgrund der angenommenen Selbständigkeit des Crowdworkers keine Sozialversicherungsbeiträge abgeführt.

Wird nunmehr der Crowdworker als Arbeitnehmer eingestuft, wird für den Auftraggeber die Nachzahlung der Sozialversicherungsbeiträge fällig und er könnte sich zudem wegen Vorenthaltens und Veruntreuens von Arbeitsentgelt gemäß § 266a StGB strafbar gemacht haben. Denn nach § 266a StGB macht sich strafbar, wer als Arbeitgeber der Einzugsstelle Beiträge des Arbeitnehmers zur Sozialversicherung vorenthält.

Die Nichtabführung der Sozialversicherungsbeiträge ist aber nur dann strafbar, wenn diese auch vorsätzlich nicht bezahlt wurden. Hierfür muss der Auftraggeber/Arbeitgeber zumindest billigend in Kauf genommen haben, dass der Crowdworker als Arbeitnehmer handelt und er als Arbeitgeber seine sozialversicherungsrechtliche Abführungspflicht verletzt. Nach dem Beschluss des BGH vom 24.09.2019 (Az. 1 StR 346/19) handelt ein Arbeitgeber allerdings nicht vorsätzlich, wenn er über seine Arbeitgebereigenschaft irrt. Ob demnach eine Strafbarkeit angenommen werden kann, wird in jedem Einzelfall gesondert zu prüfen sein.

Somit müssen Auftraggeber zumindest seit dem Urteil des BAG vom 01.12.2020 genau prüfen, wie sie in Zukunft Aufträge für Crowdworker auf ihren Plattformen ausschreiben.

 

Autor:
 
Alexander Hamburg
Rechtsanwalt
Fachanwalt für Strafrecht
 
 
Stand: Januar 2021
13 Jan
2021

Corona-Impfverweigerer – darf der Arbeitgeber kündigen?

Eine Impfpflicht gegen das Coronavirus gibt es für Bürger europäischer Staaten bislang nicht. Darf also ein Arbeitgeber selbst eine Corona-Impfung anordnen – oder jedenfalls einen Impfverweigerer kündigen?

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Eine Impfpflicht gegen das Coronavirus gibt es für Bürger europäischer Staaten bislang nicht. Darf also ein Arbeitgeber selbst eine Corona-Impfung anordnen – oder jedenfalls einen Impfverweigerer kündigen ?

Keine Impfpflicht «durch die Hintertür»

Für eine « betriebliche Impfpflicht » ist zunächst an ein Anordnung kraft Direktionsrechts des Arbeitgebers zu denken. Diese Möglichkeit wird zu Recht ganz überwiegend verneint. Denn das Direktionsrecht des Arbeitgebers dient dazu, den Betriebsablauf sicherzustellen. Daher kann er Zeit, Inhalt und Ort der Arbeitsleistung sowie die Arbeitnehmerpflichten hinsichtlich Ordnung und Verhalten im Betrieb – in den Grenzen den Mitbestimmungsrechts - einseitig bestimmen. Das Recht, eine Impfung anzuordnen, wird aber hiervon nicht umfasst, denn dies bedeutet einen direkten Eingriff in die körperliche Unversehrtheit des Arbeitnehmers und betrifft überdies nicht das dienstliche Verhalten. Auch eine arbeitsvertragliche Impfpflicht dürfte jedenfalls im Normalfall mit Blick auf die geschützten Grundrechte des Impfunwilligen nicht wirksam vereinbart werden.

Personenbedingte Kündigung wegen entfallener Eignung denkbar

Denkbar wäre aber, dass jedenfalls in bestimmten Berufsgruppen der nicht geimpfte Arbeitnehmer nicht mehr geeignet ist, seine Tätigkeit zu verrichten und er nicht mehr vertragsgerecht beschäftigt werden kann. Damit käme zwar keine verhaltens-, wohl aber eine personenbedingte Kündigung in Frage. Das kann jedenfalls dann der Fall sein, wenn im Rahmen der vertraglichen Tätigkeit regelmäßig Kontakt zu vulnerablen Personen besteht, also z.B. im Krankenhaus  oder in Pflegeheimen, bei denen ein hohes Infektionsrisikko besteht und eine andere Einsatzmöglichkeit für den Arbeitnehmer nicht vorhanden ist. Sicherlich ist hier jeder Einzelfall genau zu betrachten, bevor eine personenbedingte Kündigung erwogen und gar ausgesprochen wird.

Ein Blick nach Italien

Diese Fragen stellt man sich nicht nur in Deutschland. Auch in Italien wird aktuell heiss diskutiert, ob der Arbeitgeber einen neuen Arbeitvertrag unter die Bedingung der Impfung stellen kann oder jedenfalls den impfunwilligen Arbeitnehmer kündigen kann. In beiden Fällen werden arbeitsschutzrechtliche Aspekte herangezogen. So wird vertreten, dass die Impfung dann beim Abschluss des Arbeitsvertrags berückichtigt werden kann, wenn der Arbeitnehmer einem hohen Infektionsrisiko ausgesetzt ist. Im Zusammenhang mit der Kündigung wird auf die vom zuständigen Arzt vorgeschriebenen Schutzmassnahmen im Betrieb verwiesen. Sollte hierzu auch die Coronaimpfung gehören und deren Fehlen zur mangelnden Eignung des Arbeitnehmers führen, muss der Arbeitgeber den Impfverweigerer vom Arbeitsort entfernen und soll im Endeffekt kündigen können, jedenfalls wenn ein Risiko für die Gesundheit anderer besteht. Allerdings muss der Arbeitgeber nachweisen, dass die Impfung zum Schutz der Gesundheit auch am Arbeitsplatz erforderlich ist und kein anderes milderes Mittel zur Verfügung steht (z.B. Hygiene- und Sicherheitsmaßnahmen,  Homeoffice usw.).

Fazit

Die kontrovers geführte Diskussion um die arbeitsrechtlichen Auswirkungen der (fehlenden) Impfung hat gerade erst begonnen. Da Gerichtsentscheidungen zu dieser neuen und durchaus vielschichtigen Sachlage noch nicht vorliegen, ist dem Arbeitgeber von einer vorschnellen Kündigung abzuraten.

 

Autorin:

Dr. Stefanie Lebek
Rechtsanwältin
 
 
Stand: Januar 2021 

 

11 Jan
2021

Italienisches Insolvenzrecht: Wenn ständiger Verzug zum Vorteil wird

Die Insolvenzwelle wird kommen; auch in Italien. Und mit ihr werden Forderungen italienischer Insolvenzverwalter auch deutsche Unternehmen erreichen, mit denen versucht wird, in der „Krise“ erfolgte Zahlungen insolvenzrechtlich anzufechten und damit zurückzufordern.

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Die Insolvenzwelle wird kommen, auch in Italien. Und mit ihr werden Forderungen italienischer Insolvenzverwalter auch deutsche Unternehmen erreichen, mit denen versucht wird, in der „Krise“ erfolgte Zahlungen insolvenzrechtlich anzufechten und damit zurückzufordern. In diesem Zusammenhang könnte eine jüngst ergangene Entscheidung des italienischen Kassationshofes auch für deutsche Unternehmen relevant werden (Cass.Civ. Sez. I, Beschluss vom 7.12.2020, Nr. 27939).

Konkret ging es um die Anfechtung (und damit Rückforderung) einer ganz erheblichen Zahlung, welche die Alitalia innerhalb der insoweit wichtigen Jahresfrist vor Eröffnung des Insolvenzverfahrens im Jahre 2008 an einen ihrer IT-Dienstleister erbracht hatte.

Das Berufungsgericht hielt diese Zahlung für insolvenzrechtlich (nach Art. 67 Abs. 2 ital. Insolvenzordnung) anfechtbar und verurteilte den IT Dienstleister zur Rückzahlung. Dabei stand außer Frage, dass die „Krise“ der Alitalia zum Zeitpunkt der Zahlung (öffentlich) bekannt war und daher die Voraussetzungen des Art. 67 Abs. 2 ital. Insolvenzordnung insoweit grundsätzlich erfüllt waren.

Der IT Dienstleister berief sich nun aber auf die (ihn schützende) Ausnahmevorschrift des Art. 67 Abs. 3 lit a) der ital. Insolvenzordnung, wonach Zahlungen, die innerhalb eines Jahres vor Insolvenzeröffnung erfolgten, dann nicht anfechtbar sind, wenn diese „nei termini d’uso“, also „entsprechend den Gepflogenheiten“ erfolgten.

Aber was sind diese „Gepflogenheiten“? – Kommt es auf die vertraglichen Vereinbarungen zwischen den Parteien an? – Wenn ja, dann hätte der Dienstleister Pech gehabt. Denn vertraglich waren 30 Tage vereinbart, während Alitalia notorisch mit mehr als 140 Tagen Verzug zahlte und der IT Dienstleister diesen Verzug auch „tolerierte“.

Oder kommt es auf die „Gepflogenheiten im spezifischen Markt“ an? Aber wie diese im konkreten Fall feststellen?

Der italienische Kassationsgerichtshof entschied sich im konkreten Fall dafür, dass es auf die „Gepflogenheiten“ ankommt, die sich zwischen den Parteien entwickelt haben, auch in Abweichung konkreter vertraglich festgelegter Zahlungsziele. Und weil diese im konkreten Fall noch festzustellen waren, verwies der Kassationsgerichtshof an das Oberlandesgericht zurück.

Was bedeutet das für deutsche Unternehmen?

Wenn ein notorisch säumiger Kunden in Italien insolvent wird, könnte der Einwand auch bei ständig verspäteten Zahlung (mit verkehrsüblichen Zahlungsmitteln) nach dieser Entscheidung durchaus dazu führen, dass eine insolvenzrechtliche Anfechtung und damit eine Rückforderung grundsätzlich ausgeschlossen ist.

Zunächst sind natürlich nach der Regel des Art. 67 Abs. 2 ital. InsO Zahlungen auf fällige Forderungen, die nicht mit „normalen“ Zahlungsmitteln erfolgt sind (sog. „inkongruente Zahlungen“) immer erheblich risikobehaftet. Dies gilt z.B. dann, wenn Zahlungen nicht wie vereinbart durch Überweisung sondern durch Hingabe von Schecks oder gar im Wege der Abtretung von Forderungen oder im Wege der Aufrechnung erfolgten. Dabei kann bei der Etablierung einer Zahlungspraxis durch Scheck (statt wie vereinbart durch Überweisung) ggf. sogar noch etwas „gerettet“ werden. Auch wenn  nachgewiesen werden kann, dass eine ständige Verrechnung (statt einer vereinbarten Zahlung) zwischen den Parteien zur Praxis wurde, kann u.U. (aber in engen, formalen Grenzen) noch eine Abwehr der Anfechtungsforderung durchgreifen.

Dem deutschen Unternehmen steht nach der zitierten Entscheidung des Kassationsgerichtshofes gegen derartige Anfechtungsforderungen eines italienischen Insolvenzverwalters neben dem Einwand, dass man die Zahlungsunfähigkeit des ital. Kunden nicht kannte (was meist nicht zum Erfolg führt, gerade wenn Zahlungen „notorisch“ verspätet erfolgten) vor allem nun auch der Einwand zur Seite, dass eine Anfechtung nicht durchgreift, weil die abermals „wie üblich“ verspätete Zahlung (noch) im Rahmen der „konsolidierten Praxis zwischen den Parteien erfolgte.

Und so kann eine permanente Zahlungsverzögerung durchaus auch Gutes haben! Nur: Was ist, wenn es sich um die erste verspätete Zahlung handelt, die innerhalb der Jahresfrist des Art. 67 Abs. 2 ital. Insolvenzordnung angefochten wird? In diesem Fall würde die hier besprochenen Entscheidung des Kassationshofes dem deutschen Unternehmen nichts helfen! Daher ist sicher auch in diesem Zusammenhang zu raten: Wehret den Anfängen, will heißen sofort nach Fälligkeit auf Zahlung drängen!

 

Autor:
 
Karl-Heinz Lauser
Rechtsanwalt
 
 
Stand: Januar 2021

 

07 Jan
2021

Neuregelung der außerinsolvenzlichen Sanierung von Unternehmen ist in Kraft

Mit Wirkung ab 01.01.2021 gilt in Deutschland das Gesetz zur Fortentwicklung des Sanierungs - und Insolvenzrechts (SanInsFoG). Kern der Regelung ist das Unternehmensstabilisierungs - und Restrukturierungsgesetz - StaRUG.

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Mit Wirkung ab 01.01.2021 gilt in Deutschland das Gesetz zur Fortentwicklung des Sanierungs - und Insolvenzrechts (Sanierungsrechtsfortentwicklungsgesetz - SanInsFoG). Kern dieser gesetzlichen Regelung ist das Unternehmensstabilisierungs - und Restrukturierungsgesetz - StaRUG.

Gesetzgeberisches Ziel

Die neue gesetzliche Regelung war rechtlich geboten, um die europäischen Vorgaben zur Schaffung eines präventiven Restrukturierungsrahmens umzusetzen. Im Ergebnis geht es darum, überlebensfähigen, in finanziellen Schwierigkeiten steckenden Unternehmen möglichst frühzeitig ein schnelles, flexibles und kostengünstiges Verfahren außerhalb eines Insolvenzverfahrens zur Restrukturierung an die Hand zu geben und auf diese Weise eine Insolvenz zu vermeiden.

Anwendbar ist das gesamte Instrumentarium des hier beschriebenen Restrukturierungsverfahrens allein im Falle einer lediglich drohenden Zahlungsunfähigkeit des Unternehmens bei einem vom Gesetz zugrundeglegten Prognosezeitraum von bis zu 24 Monaten. Somit soll praktisch bereits mit einem Vorlauf von bis zu 2 Jahren eine drohende Insolvenz verhindert werden können.

Instrumente zur Umsetzung dieses Ziels sind bestimmte Stabilisierungsmaßnahmen, wie z.B. Vollstreckungs - und Verwertungssperren sowie die Umsetzung eines Restrukturierungsplans mit gerichtlicher Bestätigung.

Grundzüge des Restrukturierungsverfahrens

Anzeige bei Gericht

Voraussetzung für die Durchführung eines Restrukturierungsvorhabens ist zunächst dessen formale Anzeige beim Restrukturierungsgericht. Das Restrukturierungsgericht ist hierbei nicht identisch mit dem Insolvenzgericht, sondern es handelt sich hierbei um konzentrierte und spezialisierte Gerichte, welche in den einzelnen Oberlandesgerichtsbezirken Deutschlands eingerichtet sind. Der Anzeige bei Gericht ist eine Vielzahl von Unterlagen beizufügen, die dem Gericht die Prüfung der Ernsthaftigkeit des Restrukturierungsvorhabens, die Einschätzung etwaig notwendig werdender Instrumente sowie einer etwaigen Gefährdung von Gläubigerinteressen ermöglichen.

Restrukturierungsplan

Im Zentrum des Restrukturierungsverfahrens steht ein Restrukturierungsplan, welcher das Verhältnis zwischen dem Unternehmen und seinen Gläubigern (sog. Planbetroffen), aber auch das Verhältnis der Gläubiger untereinander regelt. Der Restrukturierungsplan wird hierbei in einen darstellenden und einen gestaltenden Teil gegliedert.

Die Planabstimmung kann hierbei entweder außergerichtlich oder auch innerhalb des gerichtlichen Verfahrens erfolgen und ist auf Antrag des Schuldners vom Gericht zu bestätigen, soweit nicht Gründe vorliegen, wonach die Bestätigung zu versagen ist.

Durch das Gericht erfolgt eine Vorprüfung hinsichtlich des vorgelegten Restrukturierungsplans und es fasst das Ergebnis von Vorprüfungsfragen in einem Hinweis zusammen. Eine Bindungswirkung entfalten diese Hinweise nicht.

Innerhalb des Plans werden Gläubigergruppen gebildet, soweit diese als vom Plan Betroffene eine unterschiedliche Rechtsstellung innehaben. Für eine Annahme des Restrukturierungsplan innerhalb einer Gruppe ist eine Mehrheit von mindestens 75 % der Stimmrechte erforderlich. Im Einzelfall können Gruppen, welche dem Restrukturierungsvorhaben ihre Zustimmung versagt haben, überstimmt werden.

Im Regelfall wird innerhalb des Restrukturierungsverfahrens von Amts wegen ein Restrukturierungsbeauftragter bestellt. Dieser hat bestimmte Mitteilungs-, Prüfungspflichten gegenüber dem Restrukturierungsgericht; kann auch als Sachverständiger beauftragt werden, die Voraussetzungen der Bestätigung eines Restrukturierungsplans zu prüfen. Die Aufgaben des Restrukturierungsbeauftragten reichen von einem eher meditativen Einsatz bis hin zu einem Profil, das dem eines Sachwalters in der Eigenverwaltung stark ähnelt. Zur Person des Restrukturierungs beauftragten können sowohl seitens des Schuldners als auch von Gläubigerseite Vorschläge an das Gericht übermittelt werden. Der Restrukturierungsbeauftragte wird sodann vom Gericht bestellt. Unter Umständen kann das Gericht einen weiteren Restrukturierungsbeauftragten bestellen.

Durch die Anzeige des Restrukturierungsvorhabens bei Gericht wird die Restrukturierungssache rechtshängig und es entstehen hierdurch besondere Pflichten des betroffenen Unternehmens und gegebenenfalls eine gesonderte Haftung seiner Organe für Pflichtverletzungen. Das Gericht hebt das Restrukturierungsvorhaben auf, wenn der Schuldner insolvenzreif ist, schwerwiegend gegen seine Pflichten verstößt oder die Restrukturierung keine Aussicht auf Erfolg hat.

 

Autor:

Matthias Ernst

Rechtsanwalt 

dmp@derra-ba.de

 

21 Dez
2020

Deutsch-Russischer Juristenpreis 2021

Auch im kommenden Jahr wird wieder der "Deutsch-Russische Juristenpreis" für herausragende rechtsvergleichende Arbeiten im deutsch-russischen Bereich verliehen werden. dmp tritt als einer der Sponsoren auf, um den rechtswissenschaftlichen Austausch zwischen Russland und Deutschland zu honorieren.

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Auch im kommenden Jahr wird wieder der "Deutsch-Russische Juristenpreis" für herausragende rechtsvergleichende Arbeiten im deutsch-russischen Bereich verliehen werden. dmp tritt als einer der Sponsoren auf, um den rechtswissenschaftlichen Austausch zwischen Russland und Deutschland zu honorieren. Weitere Einzelheiten und den Ausschreibungstext finden Sie hier.

18 Dez
2020

Umzug von dmp Berlin in das traditionsreiche Zentrum Westberlins

Unser Standort Berlin hat mit seinem in den letzten Jahren stark gewachsenen Team am 15.12.2020 neue Räumlichkeiten bezogen. Das neue und größere Büro liegt in der Schlüterstraße 38 in Berlin-Charlottenburg.

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Unser Standort Berlin hat mit seinem in den letzten Jahren stark gewachsenen Team am 15.12.2020 neue Räumlichkeiten bezogen. Das neue und größere Büro liegt in der Schlüterstraße 38 in Berlin-Charlottenburg. Gleich um die Ecke ist der Ku'damm. Der Bahnhof Zoo und der S-Bahnhof Savignyplatz sind fußläufig erreichbar. Die Räumlichkeiten befindet sich im 1. OG eines Altbaus. 

Das Berliner Team wird die neuen Räume zusammen mit dem Berliner Büro der SKS Steuerberatung nutzen und damit die Zusammenarbeit mit dem Unternehmen von Herrn Dmytro Sonkin noch vertiefen und Synergien besser nutzen können. 

Wir wünschen den Kollegen und Mitarbeitern ein schnelles Einleben und viel Erfolg in der neuen Umgebung!  

Veranstaltungen

alle Veranstaltungen
17 Feb
2021

14. Praxistage Datenschutz DIGITAL

Referent: Dr. Jens Eckhardt

Veranstalter: PrivacyXperts 

Ort: Köln / Virtueller Online-Kongress

Veranstaltungszeitraum:
17.02.2021 bis 18.02.2021

Programm und Anmeldung