Willkommen auf der Internetpräsenz der Kanzlei Derra, Meyer & Partner

Viele Dinge des täglichen Lebens tangieren Bereiche des Rechts, im Privaten sowie im Geschäftlichen gleichermaßen. Es entsteht ein Spannungsgefüge, das mit komplexen Rechtsvorschriften und dementsprechenden Risiken verbunden ist. Als spezialisierte Rechtanwälte, Steuerberater und Sanierungsberater sehen wir unsere Aufgabe darin, Sie bei Ihren Vorhaben partnerschaftlich zu begleiten. Derra, Meyer & Partner Rechtsanwälte PartGmbB vertritt Ihre Interessen in nahezu allen Rechtsgebieten mit einer besonderen Spezialisierung auf den internationalen Rechtsverkehr.

Juristische Vertretung im In- und Ausland

Derra, Meyer & Partner Rechtsanwälte PartGmbB versteht sich als Full-Service-Dienstleister und ist derzeit an elf Kanzleistandorten vertreten. Ausgehend von der Gründung unserer Kanzlei im Jahre 1980 durch Hans-Jörg Derra, begann die Expansion unseres Netzwerks in allen Teilen Deutschlands sowie in Italien. Durch verschiedene Kooperationen ist es uns möglich, Ihnen darüber hinaus eine anwaltliche Vertretung in Polen, Russland und im Baltikum sowie europaweit über unsere Mitgliedschaft im europäischen Anwaltsnetzwerk DIRO anzubieten.

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Unsere Unternehmensphilosophie ist daran ausgerichtet, Potenziale auszuschöpfen – nach diesem Prinzip arbeiten über 40 Berufsträger an der Durchsetzung Ihrer Interessen. Wir begleiten Sie bei Ihrem Anliegen und sorgen dafür, mögliche Risiken weitestgehend abzusichern. Im Verbund von Derra, Meyer & Partner Rechtsanwälte PartGmbB arbeiten spezialisierte Rechtsanwälte, Insolvenzverwalter, Steuerberater und Sanierungsberater stets daran, Chancen und Möglichkeiten für Sie nutzbar zu machen.

Über 30 Jahre Einsatz für die Interessen unserer Mandanten - europaweit

Eines der zentralen Anliegen unserer Tätigkeit ist es, Vertrauen aufzubauen. Wir wollen ein zuverlässiger Ansprechpartner sein für alle inländischen, aber auch grenzüberschreitenden Rechtsangelegenheiten im privaten und geschäftlichen Bereich. Unser Engagement gilt Unternehmern und Privatpersonen, aber ebenso auch Institutionen und Verbänden. Durch über 30 Jahre Erfahrung ist es uns möglich, Kompetenzen genau an der Stelle zu binden, wo sie benötigt werden – an insgesamt acht deutschen Kanzleistandorten sowie mit eigenen Niederlassungen in Italien und Polen. Werden Aspekte des ausländischen Rechts berührt, stellt dies kein Hindernis in der Bearbeitung Ihres Falles dar. Derra, Meyer & Partner setzt im internationalen Rechtsverkehr auf Kooperationen innerhalb der DIRO, einem europäischen Rechtsanwaltsnetzwerk, deren Gesellschafter dmp ist.

Die Berücksichtigung aller juristischen Aspekte – gelebte Praxis bei dmp

Durch das in unseren Büros gebündelte Know-how wissen wir, dass sich im Laufe einer juristischen Auseinandersetzung stets mehrere Optionen ergeben können. Die Fokussierung auf juristisches Wissen, das durch die Fachanwaltstitel vieler unserer Berufsträger nachgewiesen ist, bildet dabei die Basis. Von Fall zu Fall unterstützen wir Sie in allen rechtlichen Aspekten sowohl beratend, als auch vor Gericht oder im Rahmen besonderer Schieds- und Mediationsverfahren.

Die Vielfalt unseres Netzwerks wird durch kulturelle und branchenspezifische Kompetenz unterstrichen. Wir verstehen unsere Tätigkeit als Vermittler in Zeiten einer sich stetig beschleunigenden Globalisierung und Digitalisierung, im Wirtschaftsleben oder dem privaten Umfeld gleichermaßen.

Besondere Schwerpunkte unserer Tätigkeit sind:

  • Grenzüberschreitende Transaktionen und Fragestellungen, mit dem Fokus auf Rechtsverkehr von Deutschland mit Italien, Russland und Polen
  • Insolvenzrecht und Insolvenzberatung
  • Arbeitsrecht
  • Handels- und Gesellschaftsrecht
  • Vertriebsrecht
  • Datenschutz- und IT-Recht
  • Steuer- und Wirtschaftsstrafrecht

Gemäß dem Ansatz eines Full-Service-Dienstleisters sind auch Steuerberater bei Derra, Meyer & Partner tätig, die bei steuerrechtlichen oder betriebswirtschaftlichen Fragestellungen jederzeit hinzugezogen werden können. Soweit erforderlich kooperieren wir auch mit externen Steuerberatern und Wirtschaftsprüfern.

Setzen Sie Ihr Vertrauen in Derra, Meyer & Partner – Ihr starker Partner in allen Rechtsaspekten, privat oder geschäftlich!

News

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13 Dez
2019
Stellenanzeige

Rechtsanwalt, Insolvenzsachbearbeiter, Rechtsanwaltsfachangestellter (jeweils w/m/d)

Voll- oder Teilzeit

Für unsere Büros in Ulm, Dresden, Düsseldorf und Berlin suchen wir Rechtsanwälte zu diversen Schwerpunkten, Insolvenzsachbearbeiter und Rechtsanwaltsfachangestellte (jeweils w/m/d).

Stellenbeschreibungen
13 Dez
2019

Strenger Maßstäbe für die sachgrundlose Befristung von Arbeitsverhältnissen

Eine Befristung von Arbeitsverhältnissen ist bei Arbeitgebern sehr beliebt ...

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Eine Befristung von Arbeitsverhältnissen ist bei Arbeitgebern sehr beliebt und die vom Gesetzgeber vorgesehenen Möglichkeiten werden dabei häufig voll und ganz ausgeschöpft. Nach § 14 Abs. 2 des Teilzeit- und Befristungsgesetzes (TzBfG) hat ein Arbeitgeber zum Beispiel die Möglichkeit, einen Arbeitnehmer ohne Vorliegen eines sachlichen Grundes befristet bis zu einer Dauer von zwei Jahren einzustellen. Bis zu dieser Gesamtdauer ist die dreimalige Verlängerung des befristeten Arbeitsverhältnisses zulässig. Nunmehr hat jedoch das Bundesarbeitsgericht (BAG) eine Entscheidung getroffen, nach der diese Möglichkeit in der Praxis stark eingeschränkt wird.

Unzulässigkeit der Befristung des Arbeitsvertrags bei „Zuvor-Beschäftigung“

Nach § 14 Abs. 2 Satz 2 TzBfG ist eine Befristung ohne Sachgrund unzulässig, wenn mit demselben Arbeitgeber bereits zuvor ein befristetes oder unbefristetes Arbeitsverhältnis bestanden hat. Nach früherer Rechtsprechung des BAG lag eine „Zuvor-Beschäftigung“ nicht vor, wenn das frühere Arbeitsverhältnis länger als drei Jahre zurücklag. Das Bundesverfassungsgericht hat mit Beschluss vom 06.06.2018 (Az.: 1 BvL 7/14 und BvR 1375/14) jedoch entschieden, dass es sich bei dieser Rechtsprechung um eine unzulässige richterliche Rechtsfortbildung handelt, da eine solche Grenze im Gesetz gerade nicht genannt werde. Es sei – so das Bundesverfassungsgericht – Sache des Gesetzgebers, eine solche Grenze einzuführen, nicht jedoch Aufgabe der Rechtsprechung. Nur in Ausnahmefällen könne somit davon ausgegangen werden, dass eine sogenannte „Zuvor-Beschäftigung“ nicht vorläge. Dies sei beispielsweise dann der Fall, wenn die frühere Beschäftigung sehr lange zurückliege, ganz anders geartet sei oder nur von sehr kurzer Dauer war.

Sind acht Jahre ein langer Zeitraum?

Im Anschluss an dieses Urteil hatte das Bundesarbeitsgericht wiederum die Möglichkeit, über entsprechende Fälle zu entscheiden. Mit Urteil vom 23.01.2019 (Az. 7 AZR 733/16) hat das Bundesarbeitsgericht nun entschieden, dass bei einer Beschäftigung acht Jahre zuvor kein besonders langer Zeitraum vorläge und somit die Befristung unzulässig sei. In seiner Entscheidung vom 17.04.2019 (Az. 7 AZR 324/17) hat das Bundesarbeitsgericht sogar die Auffassung vertreten, dass auch dann kein besonders langer Zeitraum anzunehmen wäre, wenn die frühere Beschäftigung 15 Jahre zurückliege.

Hinweise für die Praxis

Nach dieser Wende in der Rechtsprechung ist dem Arbeitgeber somit davon abzuraten, einen Arbeitnehmer vorschnell ohne das Vorliegen eines Sachgrunds befristet einzustellen, wenn mit diesem in der Vergangenheit bereits ein Arbeitsverhältnis bestanden hat. Der Arbeitgeber hat angesichts dieser Rechtsprechung das Recht, den Arbeitnehmer nach einer früheren Beschäftigung zu fragen. Macht der Arbeitnehmer hierzu falsche Angaben, besteht die Möglichkeit, das Arbeitsverhältnis wegen arglistiger Täuschung anzufechten. Zu beachten ist, dass eine Befristung mit Sachgrund nach § 14 Abs. 1 TzBfG auch dann möglich ist, wenn mit dem Arbeitnehmer bereits zuvor ein Arbeitsverhältnis bestanden hat.

Rechtsanwalt Alexander Mainka

dmp@derra-ul.de

Stand: 12/2019

04 Dez
2019

Unternehmensstrafrecht bald auch in Deutschland

Das Bundesjustizministerium (BMJV) hat einen Entwurf für ein „Gesetz zur Bekämpfung der Unternehmenskriminalität“ vorgelegt.

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Das Bundesjustizministerium (BMJV) hat einen Entwurf für ein „Gesetz zur Bekämpfung der Unternehmenskriminalität“ vorgelegt. Bisher gibt es im deutschen Recht kein klassisches Unternehmensstrafrecht (auch Verbandsstrafrecht) wie in anderen Ländern. Es konnten lediglich Geldbußen nach dem Ordnungswidrigkeitsgesetz von maximal 10 Millionen Euro verhängt werden. Im Folgenden soll ein kurzer Überblick über die geplanten Neuregelungen dargestellt werden:

Strafverfolgung wird obligatorisch

Die neuen Regelungen sehen vor, dass die Verfolgungsbehörden bei Vorliegen eines Anfangsverdachts verpflichtet sind, ein Ermittlungsverfahren gegen ein Unternehmen einzuleiten (Legalitätsprinzip). Nach den zurzeit geltenden Regelungen hängt die Einleitung eines Ermittlungsverfahrens vom Ermessen der Verfolgungsbehörden ab.

Sanktionen von bis zu 10 Prozent des Jahresumsatzes

Zunächst vermeidet der Gesetzesentwurf die Bezeichnung „Strafe“ und spricht nur von Sanktionen. Es soll also kein echtes Strafrecht für Unternehmen entstehen, sondern das Unternehmen soll lediglich sanktioniert werden. Konkret soll die Sanktion anhand der Umsatzstärke der Verbände bemessen werden. Die Verbandssanktion soll in kleinen und mittelständischen Unternehmen bis zu 10 Millionen Euro bei einem vorsätzlichen Verstoß betragen. Bei Großunternehmen mit einem jährlichen Umsatz von über 100 Millionen Euro soll eine Sanktion von bis zu 10 Prozent des weltweiten Jahresumsatzes bei einem vorsätzlichen Verstoß möglich sein. Darüber hinaus sieht der Entwurf als weitere Sanktionsmöglichkeiten die Verbandsauflösung und die öffentliche Bekanntmachung der Verurteilung bei einer großen Zahl von Geschädigten vor.

Milderung der Sanktion bei internen Ermittlungen und Compliance-Maßnahmen

Der Gesetzesentwurf sieht umfassende Möglichkeiten vor, die Sanktion zu mildern oder vollständig von der Verfolgung abzusehen. Wirkt der Verband an der Aufklärung mit und leistet hierdurch einen wesentlichen Aufklärungsbeitrag, wird die Sanktion gemildert. Unter Umständen kann sogar vollständig von der Verfolgung abgesehen werden. Hierfür stellt der Gesetzesentwurf klare Anforderungen an eine interne Ermittlung auf. Demnach werden die Unternehmen berechtigt sein, im Fall eines Korruptionsverdachts eigene Ermittlungen gegen den betroffenen Mitarbeiter zu führen. Hierzu gehören die Zulassung geeigneter Überwachungsinstrumente, die Durchführung von Befragungen und gegebenenfalls die Verhängung von Sanktionen.

Kriterien für interne Untersuchungen

Es sollen allerdings nur solche Untersuchungen zu einer Sanktionsmilderung führen, die unter Beachtung der Grundsätze eines fairen Verfahrens durchgeführt wurden. Arbeitnehmer müssen zukünftig vor ihrer Befragung darauf hingewiesen werden, dass ihre Auskünfte in einem Strafverfahren gegen sie verwertet werden dürfen. Sie haben auch das Recht, einen anwaltlichen Beistand oder ein Mitglied des Betriebsrats zu der Befragung hinzuzuziehen.

Zeitpunkt des Inkrafttretens

Noch ist unklar, wann dieser Gesetzesentwurf in Kraft treten wird. Jedenfalls ist zu erwarten, dass das Gesetzgebungsverfahren erst im nächsten Jahr abgeschlossen sein wird. Das Gesetz selbst soll dann aber erst 2 Jahre nach der Verkündung in Kraft treten. Somit wird den Unternehmen genug Zeit gegeben, sich mit den neuen Regelungen zu befassen und sich hierauf vorzubereiten.

Rechtsanwalt Alexander Hamburg

dmp@derra-ul.de

Stand: 12/2019

28 Nov
2019

Der Asset‐Deal und die DS‐GVO: Leichter als gedacht – oder doch nicht?

Die Datenschutz‐Grundverordnung (DS‐GVO) hat mit ihrem Anwendungsbeginn am 25.05.2018 viele Veränderungen mit sich gebracht.

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13 Nov
2019

Bestellungen aus Deutschland - Mängel schnell rügen

Ein leidiges Thema im internationalen Wirtschaftsverkehr, auch im Rechtsverkehr zwischen den beiden bedeutenden Wirtschaftspartnern Deutschland und Italien.

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Ein leidiges Thema im internationalen Wirtschaftsverkehr, auch im Rechtsverkehr zwischen den beiden bedeutenden Wirtschaftspartnern Deutschland und Italien: Die bestellte Ware wurde geliefert – hat aber Mängel. Wie rügt das italienische Unternehmen diesen Fehler richtig? Hier steckt der Teufel manchmal im Detail.

Zunächst einmal gilt es, das anwendbare Recht zu identifizieren. Findet UN Kaufrecht Anwendung oder wurde dieses wirksam ausgeschlossen? Im letzteren Fall gilt – sofern sonst nichts anderes vereinbart ist – das Recht des Staates, in dem der Verkäufer seinen gewöhnlichen Aufenthalt hat. Bei Lieferungen des deutschen Unternehmens an den italienischen Erwerber gilt also deutsches Recht.

Untersuchungs- und Rügepflichten nach deutschem Recht

Und nach deutschem Recht muss die Ware unverzüglich nach Ablieferung untersucht und entdeckte Mängel unverzüglich gegenüber dem Verkäufer gerügt werden. Anders im UN-Kaufrecht, das etwas großzügiger ist: Hier muss der Käufer die Ware in einer so kurzen Frist untersuchen, wie es die Umstände erlauben und die Mängel dem Verkäufer dann innerhalb einer angemessenen Frist anzeigen. 

Oft versuchen deutsche Lieferanten, diese ohnehin strenge Rügepflicht für den Besteller in Allgemeinen Geschäftsbedingungen noch mehr zu erschweren, z.B. dadurch, dass die Mängelrüge schriftlich erfolgen muss oder aber sogar gegenüber bestimmten Adressaten abgegeben werden muss. Die Allgemeinen Geschäftsbedingungen des Lieferanten müssen daher sorgsam gelesen werden.

BGH-Urteil: keine unangemessene Benachteiligung des Käufers

Allerdings ist auch nicht alles erlaubt. Insbesondere darf der Käufer nicht unangemessen benachteiligt werden. Ein besonders findiges deutsches Unternehmen hatte in seinen AGBs vorgegeben, dass Mängel gegenüber der „Betriebsleitung“ anzuzeigen sind. Aber wer ist genau die Betriebsleitung? Und wie kann sie kontaktiert werden? Eine solche Klausel dürfte wohl unwirksam sein – so sieht es jedenfalls der BGH in einem Beschluss vom Januar 2019. Denn mit dieser Klausel wird das Risiko, dass die Rüge die „Betriebsleitung“ – und hier wen genau? – rechtzeitig unternehmensintern erreicht, dem Käufer auferlegt.

Ansonsten stellt sich natürlich immer die Frage, ob die deutschen AGBs überhaupt wirksam in den Kaufvertrag einbezogen wurden.

Fazit: Grundsätzlich müssen italienische Unternehmen wissen:  Bei Mängelrüge nach deutschem Recht muss umgehend gehandelt werden – ansonsten gilt auch die fehlerhafte Ware als genehmigt. Und das kann für den Käufer weitreichende Konsequenzen haben.

(BGH, Beschluss v. 8. Januar 2019 – VIII ZR 18/18)

 Rechtsanwältin Dr. Stefanie Lebek

dmp.milano@derra.it

Stand: 11/2019

11 Nov
2019

Bußgeldbescheid in Millionenhöhe gegen Immobiliengesellschaft Deutsche Wohnen wegen Verstößen gegen Datenschutz-Grundverordnung

Wie die Berliner Beauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit Maja Smoltczyk in ihrer Pressemitteilung vom 05.11.2019 bekanntgab ...

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Wie die Berliner Beauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit Maja Smoltczyk in ihrer Pressemitteilung vom 05.11.2019 bekanntgab, hat sie am 30. Oktober 2019 einen Bußgeldbescheid in Höhe von 14,5 Millionen Euro gegen die Immobiliengesellschaft Deutsche Wohnen SE wegen Verstößen gegen die DS-GVO erlassen.

Wie es dazu kam?

Nach dem Kauf eines Unternehmens hatte die Deutsche Wohnen die Papierakten der Mieter eingescannt – als PDF. Das macht ein nachträgliches Separieren einzelner Seiten schwer, was jedoch erforderlich ist, wenn ein Teil der Daten nach wie vor noch gespeichert werden darf, während andere Daten innerhalb dieses Dokuments zu löschen sind.

Im Rahmen einer ersten Vor-Ort-Prüfung im Juni 2017, die durch eine Beschwerde ausgelöst wurde, hatte die Aufsichtsbehörde festgestellt, dass die Deutsche Wohnen SE für die Speicherung personenbezogener Daten von Mieterinnen und Mietern ein Archivsystem verwendete, das keine Möglichkeit vorsah, nicht mehr erforderliche Daten zu entfernen. Personenbezogene Daten von Mieterinnen und Mietern wurden gespeichert, ohne zu überprüfen, ob eine Speicherung zulässig ist.

Nachdem die Berliner Datenschutzbeauftragte bereits im Juni 2017 eine Warnung aussprach und der Immobiliengesellschaft empfahl, ihr Archivsystem umzustellen, konnte die Deutsche Wohnen SE auch bei der zweiten Vor-Ort-Prüfung im März 2019 und damit rund neun Monate nach Geltungsbeginn der neuen Datenschutz-Grundverordnung weder ein neues Archivsystem vorweisen, noch hatte sie die rechtswidrig gespeicherten Daten ihrer Mieterinnen und Mieter gelöscht oder konnte rechtliche Gründe für die fortdauernde Speicherung vorweisen.

Mehrere Jahre alte persönliche Daten konnten eingesehen werden

Bei den Vor-Ort-Prüfungen konnten die Beamten der zuständigen Aufsichtsbehörde in den geprüften Einzelfällen zum Teil Jahre alte private Angaben betroffener Mieterinnen und Mieter einsehen, ohne dass diese Daten noch ihrem eigentlichen Verwendungszweck dienten, für den sie erhoben wurden. Neben Gehaltsbescheinigungen, Selbstauskünften sowie Arbeits- und Ausbildungsverträgen konnten die Beamten auch Steuer-, Sozial- und Krankenversicherungsdaten sowie Kontoauszüge von ehemaligen Mieterinnen und Mietern der Deutschen Wohnen SE einsehen. Die gespeicherten Daten gaben auf vielfältige Weise über die persönlichen und finanziellen Verhältnisse dieser Personen Auskunft.

Die Bußgeldregeln der DS-GVO

Die DS-GVO trat im Mai 2018 in Kraft. Die Datenschutzregeln sehen Bußgelder von bis zu 4% des Jahresumsatzes vor. Der aktuelle Fall ist der bisher mit Abstand höchste Bußgeldbescheid. Vor der Deutsche Wohnen lag das höchste Bußgeld in Deutschland bei 80.000 Euro.

Entsprechend der Bemessungsgrundlage des ausgewiesenen Jahresumsatzes der Deutschen Wohnen SE, der sich in Geschäftsjahr 2018 auf mehr als eine Milliarde Euro belief, lag der gesetzlich vorgegebene Rahmen für das zu verhängende Bußgeld bei rund 28 Millionen Euro. Da keine missbräuchlichen Zugriffe auf die unzulässig gespeicherten Daten nachgewiesen werden konnten, sprach die Datenschutzbeauftragte am Ende ein Bußgeld in mittlerer Höhe von 14,5 Millionen Euro wegen Verstoßes gegen Artikel 25 Abs. 1 DS-GVO sowie Artikel 5 DS-GVO aus.

Wenig Einsicht bei der Deutschen Wohnen SE

Die Immobiliengesellschaft selbst zeigt sich indes wenig einsichtig und hat in einer eigenen Pressemitteilung bereits angekündigt, „gegen den Bußgeldbescheid der Berliner Beauftragten für Datenschutz und Informationsfreiheit vorzugehen.

Die Deutsche Wohnen betont ausdrücklich, „...dass keinerlei Daten von Mietern datenschutzwidrig an unternehmensfremde Dritte gelangt sind. Vielmehr hat die Deutsche Wohnen bereits im Jahr 2017 umfangreiche personelle und prozessuale Veränderungen eingeleitet, um den aktuellen Datenschutzanforderungen vollumfänglich gerecht zu werden.

Die Deutsche Wohnen teilt die rechtliche Bewertung der Berliner Datenschutzbeauftragten nicht und wird den Bußgeldbescheid gerichtlich überprüfen lassen. …“

Was bedeutet das für Sie als Immobilienverwaltung?

Wir empfehlen Ihnen, Ihre Datenbestände regelmäßig dahingehend zu prüfen, ob für die Speicherung und Verarbeitung der von Ihnen erhobenen Daten noch ein Rechtsgrund besteht. Sofern dieser entfallen sein sollte, sind die Daten umgehend und dauerhaft zu löschen.

Prüfen Sie, ob Ihr Unternehmen die Anforderungen der DS-GVO erfüllt.

Bei Auskunftsverlangen von Mietern reagieren Sie zeitnah und erteilen Sie umfassende Auskünfte gegenüber Ihren Mietern. Dies vermeidet Beschwerden gegenüber den zuständigen Aufsichtsbehörden.

Rechtsanwältin Kathleen Brauner

dmp@derra-d.de

Stand: 11/2019

 

Veranstaltungen

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16 Mär
2020

Strategischer Umgang mit Bußgeldbescheiden bei Datenschutzverstößen

Referent: Konrad Menz, Dr. Jens Eckhardt

Veranstalter: Datakontext

Ort: Köln

Programm und Anmeldung
22 Jan
2020

Seminar: Datenschutzverletzungen, Prüfungen, Bußgeld

Referent: Dr. Jens Eckhardt

Veranstalter: Berufsverband der Datenschutzbeauftragten Deutschlands (BvD) e.V.

Ort: Hannover

Programm und Anmeldung
12 Dez
2019

Seminar: Datenschutzverletzungen, Prüfungen, Bußgeld

Referent: Dr. Jens Eckhardt

Veranstalter: Berufsverband der Datenschutzbeauftragten Deutschlands (BvD) e.V.

Ort: Düsseldorf

Programm und Anmeldung
05 Dez
2019

Fachkräfte aus dem Ausland

Das neue Fachkräfteeinwanderungsgesetz

Referent: Andreas Dippe, LL.M.

Veranstalter: IHK Cottbus

Ort: Cottbus

Programm und Anmeldung
03 Dez
2019

Neues Insolvenzrecht in Italien: Früherkennung als Therapie?

Handlungsbedarf auch für kleine Unternehmen

Referent: Karl-Heinz Lauser

Veranstalter: Wiras Verbund International

Ort: Düsseldorf

Programm und Anmeldung
02 Dez
2019

Treuhand im deutschen Recht

9. Sitzung des Finanzclubs zur Verwaltung fremden Vermögens

Referent: Alexander Shmagin

Veranstalter: Center für strategische Studien u.a.

Ort: Moskau

Programm und Anmeldung