26 Jan
2015

Ravensburg

Das Insolvenzverfahren über das Vermögen der LISCHMA Betonwerke Lindenmann GmbH & Co.KG (Laupheim) wurde zum 01.01.2015 eröffnet. Die seither eingetretenen Entwicklungen nehme ich unter Bezugnahme auf die Pressemitteilungen vom 27.10.2014 und 15.12.2014 zum Anlass für folgende Ausführungen:

Der Geschäftsbetrieb bei LISCHMA wird auch seit dem 01.01.2015 uneingeschränkt weitergeführt. In den vergangenen zwei Wochen wurden mit Vertretern der Harsch-Bau Gruppe (Bretten / Region Karlsruhe) intensive Verhandlungen über eine Übernahme des kompletten Geschäftsbetriebs des Schuldnerunternehmens unter Fortführung der laufenden Aufträge und Weiterbeschäftigung der Belegschaft geführt. Zuvor war die Harsch-Bau Gruppe bereits Ende Dezember 2014 als strategischer Partner für die – zwischenzeitlich nicht mehr von der Insolvenz betroffene – Lindenmann Besitz GmbH & Co.KG gewonnen worden, in deren Vermögen sich das Betriebsgelände in Laupheim sowie die wesentlichen Betriebsmittel befinden.

Am 22.01.2015 wurde nunmehr der Vertrag zur Übernahme des Geschäftsbetriebes von LISCHMA unterzeichnet. Er sieht einen Betriebsübergang bereits zum 01.02.2015 vor. Seit dem Insolvenzantrag am 24.10.2014 hatte sich bis Januar 2015 die Anzahl der Arbeitnehmer von ursprünglich 97 auf zuletzt 86 reduziert. Von diesen wird mit insgesamt 80 Mitarbeitern der ganz überwiegende Teil der Belegschaft durch die Erwerberin übernommen. Die Belegschaft wurde in einer ebenfalls für den 22.01.2015 einberufenen Betriebsversammlung informiert.

Auch die Fortführung aller bis zum 31.01.2015 noch nicht abgeschlossenen Bauvorhaben und Aufträge wird durch die Erwerberin gesichert. Die Übernahme durch ein wirtschaftlich starkes Unternehmen bietet hier auch für die Auftraggeber von LISCHMA ein Plus an Planungssicherheit. Zudem kann das neue Unternehmen wieder uneingeschränkt an Ausschreibungen von Großaufträgen teilnehmen, was unter dem Stigma der Insolvenz wenig erfolgversprechend war.

Derzeit laufen unter Einbeziehung der Erwerberin die Abstimmungen mit den Auftraggebern und den Lieferanten, um einen möglichst reibungslosen Betriebsübergang zum 01.02.2015 zu gewährleisten. Bis dahin wird der Geschäftsbetrieb von LISCHMA noch unter der Verantwortung der Insolvenz-verwaltung geführt.

Die Mitglieder des vorläufigen Gläubigerausschusses haben die Entwicklung durchweg als positiv beurteilt. Es dürfte damit zu erwarten sein, dass der Übernahmevertrag vom 22.01.2015 auch in der am 20.02.2015 vor dem Amtsgericht Ravensburg stattfindenden Gläubigerversammlung eine positive Resonanz erfahren wird.

Ulm, den 26.01.2015

Konrad Menz
Rechtsanwalt 
Insolvenzverwalter