03 Aug
2015

Ulm

Als vorläufiger Insolvenzverwalter über das Vermögen der KONTEK Messtechnik GmbH (Blaubeuren/Seißen) gebe ich (Rechtsanwalt Menz) nach Anordnung der vorläufigen Insolvenzverwaltung mit Beschluss des Amtsgerichts – Insolvenzgerichts – Ulm vom 16.07.2015 zur bisherigen und weiteren Entwicklung im gegenständlichen Insolvenzeröffnungsverfahren folgende Erklärung ab:

Auch die KONTEK Messtechnik GmbH musste Mitte Juli 2015 einen Insolvenzantrag stellen, nachdem es zuvor zunächst noch so ausgesehen hatte, dass dem 100 %-igen Tochterunternehmen der bereits Ende Juni 2015 in Insolvenz geratenen KONTEK GmbH dieser Schritt erspart bleiben würde. Tatsächlich arbeitete die KONTEK Messtechnik GmbH in der Vergangenheit stets wirtschaftlich ertragreich. Jedoch war sie haftungsrechtliche Verpflichtungen für die Muttergesellschaft eingegangen, aufgrund derer sie nunmehr selbst Insolvenz beantragen musste.

Das stimmige Geschäftsmodell der KONTEK Messtechnik GmbH, ein großer Auftragsbestand sowie eine motivierte und hochspezialisierte Belegschaft ermöglichen es jedoch, den Geschäftsbetrieb auch nach dem Insolvenzantrag uneingeschränkt weiterzuführen.

Für die 16 Arbeitnehmer sind die Lohnansprüche bis Ende September 2015 über das sogenannte Insolvenzgeld gesichert. Die Belegschaft wurde hierüber unverzüglich in einer Betriebsversammlung am 17.07.2015 informiert.

Die Geschäftsleitung erfuhr gemeinsam mit der vorläufigen Insolvenzverwaltung in seit Mitte Juli 2015 mit Kunden, Lieferanten und den Hauptgläubigern geführten Gesprächen eine große Unterstützung. Diese ist wichtiger Indikator für eine dauerhafte Fortführung des Geschäftsbetriebes, an deren Ende eine erfolgreiche Sanierung des Unternehmens stehen dürfte.

Insbesondere die bisherigen Reaktionen der Kunden haben deren Interesse an einem Fortbestand des Unternehmens, dem die Kompetenz für technisch sehr anspruchsvolle Arbeiten der Messtechnik kundenseitig durchweg bestätigt wurde, belegt. Hierzu passt auch das von mehreren Interessenten gegenüber der vorläufigen Insolvenzverwaltung sehr frühzeitig bekundete Bestreben, an einer Sanierung oder Übernahme des Geschäftsbetriebes des Schuldnerunternehmens aktiv mitwirken zu wollen.

Voraussichtlich Anfang Oktober 2015 dürfte eine Entscheidung des Insolvenzgerichts Ulm über die beantragte Eröffnung des Insolvenzverfahrens zu erwarten sein.

Ulm, den 03.08.2015

Konrad Menz
Rechtsanwalt
Insolvenzverwalter