04 Nov
2015

Ulm

Pressemitteilung vom 04.11.2015
Insolvenzverfahren KONTEK Messtechnik GmbH

Rechtsanwälte Derra, Meyer & Partner
Büro Ulm
RA Konrad Menz
Insolvenzverwalter

Als Insolvenzverwalter über das Vermögen der KONTEK Messtechnik GmbH (Blaubeuren/ Seißen) gebe ich zu den weiteren Entwicklungen seit der Anordnung der vorläufigen Insolvenzverwaltung mit Beschluss des Amtsgerichts –Insolvenzgerichts– Ulm vom 16.07.2015 unter Bezugnahme auf die Pressemitteilung vom 03.08.2015 folgende Erklärung ab:

Der Geschäftsbetrieb wurde seit dem 16.07.2015 bis zum 31.10.2015 durch die Insolvenzverwaltung uneingeschränkt fortgeführt. Bis zur Eröffnung des Insolvenzverfahrens am 01.09.2015 waren insgesamt 22 Anfragen von Interessenten an einer Übernahme des Unternehmens bei der Insolvenzverwaltung eingegangen. Zum 01.11.2015 fand nunmehr nach der Durchführung eines Bieterverfahrens der Betriebsübergang an den Messtechnikhersteller WENZEL aus Wiesthal statt.

Das Unternehmen firmiert künftig unter WENZEL Messtechnik GmbH am Standort in Blaubeuren. Mit der WENZEL-Gruppe setzte sich nicht nur der Bieter mit dem attraktivsten Angebot im Bieterverfahren durch, sondern es kam damit auch der erklärte Favorit der Belegschaft des Schuldnerunternehmens zum Zuge. Alle 15 Arbeitnehmer wurden übernommen.

Während der Fortführung des Betriebes in Insolvenz hatten insgesamt 5 Arbeitnehmer ihre Arbeitsverhältnisse auf eigenen Wunsch beendet. Die Insolvenzverwaltung konnte aufgrund der ungebrochen hohen Kundennachfrage und der damit einhergehenden Vollauslastung des Betriebes hierauf mit 4 Neueinstellungen reagieren, so dass das Unternehmen fortlaufend das gesamte Leistungsportfolio anbieten konnte. Im Übrigen wird eine Kontinuität auch dadurch dokumentiert, dass sowohl der vormals geschäftsführende Gesellschafter der KONTEK Messtechnik GmbH, Jürgen Scherb, als auch dessen Ehefrau im Team der neuen WENZEL Messtechnik GmbH mit dabei sind.

Mit dem Übergang des operativen Geschäftsbetriebs zum 01.11.2015 konnte ein wichtiger Schritt für den positiven Verlauf des Insolvenzverfahrens gegangen werden. Am morgigen 05.11.2015 findet die Gläubigerversammlung vor dem Amtsgericht –Insolvenzgericht– Ulm statt. Diese hat über die im Rahmen des Betriebsübergangs von der Insolvenzverwaltung ausgehandelten Verträge zu befinden. Angesichts des wirtschaftlichen Gesamtergebnisses ist eine Zustimmung durch die Gläubigerversammlung wahrscheinlich.

Ein endgültiger Abschluss des Insolvenzverfahrens wird erst im Jahr 2017 realistisch sein. Hierfür sind vor allem wechselseitige Ansprüche zwischen den verschiedenen in Insolvenz geratenen Gesellschaften der vormaligen KONTEK-Gruppe verantwortlich, deren Klärung noch eine längere Zeit beanspruchen dürfte.

Ulm, 04.11.2015

Konrad Menz
Rechtsanwalt
Insolvenzverwalter