01 Apr
2015

Kommt die einheitliche Mehrwertsteuererklärung in Europa?

Bereits Ende 2013 hatte die EU-Kommission einen Richtlinien-Vorschlag für eine europaweit geltende Standard-Mehrwertsteuererklärung vorgelegt, die die nationalen Umsatzsteuererklärungen ersetzen soll. Das Vorhaben bezweckt, den Verwaltungsaufwand für Unternehmen um bis zu 15 Mrd. Euro zu verringern und Kosten der Mitgliedsstaaten zu begrenzen.

Geplant ist eine Abgabe von lediglich 5 standardisierten Angaben; optional haben die Mitgliedsstaaten die Möglichkeit, bis zu 26 weitere Angaben abzufragen (bislang verlangten einige Mitgliedsstaaten bis zu 100 weitere Angaben). Überdies sieht der Vorschlag eine Regelung zur Vereinheitlichung der Abgabefristen vor, nach der die Mehrwertsteuer-Erklärung grundsätzlich monatlich und mindestens einen Monat bzw. höchstens zwei Monate nach Ablauf des jeweiligen Erklärungszeitraums abzugeben ist. Für kleinere Unternehmen mit einem Jahresumsatz von höchstens 2 Millionen Euro soll eine vierteljährliche Abgabefrist gelten. Eine Abgabe der Erklärung soll auf elektronischem Weg europaweit möglich sein.

Derzeit wird der Entwurf im Rat der Europäischen Union diskutiert. Ob er sich wird durchsetzen können, bleibt auch angesichts der Kritik des deutschen Bundesrates, der eine fehlende EU-Kompetenz für das Vorhaben rügt, fraglich.