13 Mär
2018

Steuerrecht in Italien – kostenintensive Bußgelder für kosteneffizienten Lufttaxis

Helikopter, Propellerflugzeuge oder sogar kleine Jets – nicht jeder bewegt sich mit dem Taxi auf der Erde fort. Neben der unkomplizierten Fortbewegung mit einem individuellen Flugplan haben Lufttaxis den Vorteil, dass Passagiere schnell auch abgelegene Orte mit kleinen Flughäfen erreichen können. Der italienische Fiskus hat das Steuerpotential dieser Lufttaxis erkannt. Seit April 2012 gilt in Italien ein weitgehend unbekanntes Gesetz, wonach eine Aerotaxi-Steuer auf jeden auf Grund eines Chartervertrags beförderten Passagier erhoben wird. Diese beträgt € 10 für Strecken bis 100 km, € 100 für Strecken von hundert bis 1.5000k km und € 200 für Strecken über 1.5000 km. Die Steuern fallen für alle Reisen an, die auf italienischem Staatsgebiet beginnen oder enden und sind vom Beförderungsunternehmen zu zahlen.

Und wie kann das (ausländische) Unternehmen zahlen? Nur mittels eines rein italienischen Steuerformulars „F24“ mit italienischen Steuerschlüsseln über ein italienisches Bankkonto! Sei es nun, dass die Steuer weitgehend unbekannt ist, sei es, dass die Zahlung zu kompliziert ist oder ein Preisvorteil gegenüber der steuerehrlichen Unternehmen gewittert wurde – Fakt ist , dass nur wenige Lufttaxiunternehmen diese Steuern bezahlt haben. Die italienische Finanzpolizei hat das bemerkt und führt zurzeit großflächige Untersuchungen mit empfindlichen Bußgeldern durch. Allein am Flughafen Mailand-Malpensa wurden über 200 Unternehmen entdeckt, die die Lufttaxisteuer nicht gezahlt hatten. Hier hilft nur noch, sich schnell mit den Steuerbehörden in Italien in Verbindung zu setzen. Es ist damit zu rechnen, dass die italienischen Steuerbehörden künftig gerade ausländische Lufttaxiunternehmen genau unter die Lupe nehmen werden.

Rechtsanwältin Dr. Stefanie Lebek

dmp.milano@derra.it

Stand 03/2018