22 Mai
2020

Italien: Eltern haben Anspruch auf smart working

Während man in Deutschland derzeit darüber spricht, ob und unter welchen Bedingungen per Gesetz ein Anspruch auf smart working eingeführt werden soll, hat Italien dieses Recht bereits statuiert. Vorübergehend zumindest.
 
Das sog. „decreto rilancio“, mit dem Italien die zweite Phase eingeleitet hat, durch die man aus der Corona-Krise kommen und einen „Neustart“ schaffen will, gibt Eltern unter gewissen Bedingungen einen Anspruch gegen private Arbeitgeber auf „Arbeiten im Homeoffice“.  Dabei
 
  • muss mindestens ein Kind unter 14 Jahren im Haushalt leben und
  • es darf innerhalb desselben Haushaltes keine andere Person Unterstützung aufgrund besonderer „Corona-Hilfen“ erhalten und
  • es darf innerhalb der Familie niemanden geben, der arbeitslos ist und die Betreuung des Kindes übernehmen könnte und
  • die laut Arbeitsvertrag zu erbringende Tätigkeit muss „Homeoffice tauglich“ sein.
Der Anspruch ist -vorerst- bis 31.7.2020 befristet; es wird jedoch davon ausgegangen, dass das Recht auf smart working mindestens bis Jahresende verlängert wird. Und einmal eingeführt, wird man sehen, ob der Anspruch nicht schon so verfestigt ist, dass er nicht mehr abgeschafft werden wird. Im Öffentlichen Dienst gelten andere Regeln.
 
Karl-Heinz Lauser
Rechtsanwalt
 
Stand: 05/2020