Gewerblicher Rechtsschutz und Urheberrecht

Gewerbliche Schutzrechte spielen in unserer Gesellschaft eine immer größere Rolle – denn angesichts Globalisierung und wachsender Konkurrenz ist es für Unternehmer von grundlegender Bedeutung, ihre Geschäftsideen und technischen Entwicklungen vor Nachahmungen so weit wie möglich zu schützen. Gegenstand des gewerblichen Rechtsschutzes sind insbesondere das Patent-, Marken- und Designrecht, die bestehende Ausschließlichkeitsrechte eines Rechtsinhabers umfassend regeln.

Neben dem traditionellen Begriff Gewerblicher Rechtschutz schützt das Urheberrecht persönliche geistige Schöpfungen. Die Sicherung all dieser immateriellen Güter, die zusammen auch als geistiges Eigentum bezeichnet werden, kann durch vorbeugende Maßnahmen wie Marken- oder Patentanmeldungen geschehen oder repressiv durch das Vorgehen gegen Nachahmungen oder unrechtmäßige Nutzungen von urheberrechtlichen Schöpfungen.

Der Gewerbliche Rechtschutz umfasst daneben auch den Schutz der gewerblichen Tätigkeit selbst als sog. wettbewerbsrechtlicher Leistungsschutz. Nach der Pariser Verbandsübereinkunft (PVÜ) ist jede Wettbewerbshandlung verboten, die den anständigen Gepflogenheiten in Gewerbe oder Handel zuwiderläuft. An diesen Grundsatz knüpft das Wettbewerbsrecht an. Dabei wird davon ausgegangen, dass der Markt sich selbst regulieren kann, indem Mitbewerber und (Verbraucher-) Verbände selbst gegen unlautere Verstöße von Unternehmern vorgehen können, etwa durch wettbewerbsrechtliche Abmahnungen und Aufforderungen zur Abgabe strafbewehrter Unterlassungserklärungen. Siehe weitere Informationen hierzu unter Wettbewerbs- und Marketingrecht.

Unsere Beratungsleistungen im Gewerblichen Rechtsschutz und Urheberrecht

Wir stimmen mit Ihnen vorab Ihre Strategien ab und minimieren Ihre rechtlichen Risiken, die mit der Verwendung geistigen Eigentums einhergehen. Wir beraten Sie bereits bei der Entwicklung einer schutzwürdigen Marke, unterstützen Sie bei der Anmeldung und vertreten Ihre Interessen bei aufkommenden Streitigkeiten. Sollte es im Rahmen gewerblicher Schutzrechte oder Urheberrechte zum Streit kommen, übernehmen wir die gerichtliche Vertretung oder die Vertretung vor einem Schiedsgericht für Sie. Hier steht Derra, Meyer & Partner jederzeit an Ihrer Seite.

Die Rechtsanwälte von Derra, Meyer & Partner sind Ihre Ansprechpartner für alle denkbaren Belange im Bereich des gewerblichen Rechtsschutzes, wie zum Beispiel:

  • Design-, Patent- und Markenrecht
    • Unterstützung in der Entwicklung einer Marke
    • Anmeldung von deutschen und europäischen Marken
    • Anmeldung von Designs und Patenten
    • Geltendmachung von Schutzansprüchen
    • Abwehr von Schutzansprüchen Dritter
  • Urheberrecht
    • Beratung zu urheberrechtlichen Nutzungsrechten
    • Geltendmachung urheberrechtlicher Ansprüche
  • Kunsturheberrecht
    • Beratung zu kunsturheberrechtlichen Nutzungsrechten
    • Geltendmachung kunsturheberrechtlicher Ansprüche

Fachübergreifende Beratung im Gewerblichen Rechtsschutz und Urheberrecht

Unsere kompetenten Rechtsanwälte an unseren Standorten arbeiten eng mit Experten aus anderen Rechtsgebieten zusammen, sofern es sachliche Überschneidungen gibt. So stellen wir sicher, dass ausschließlich erfahrene Rechtsanwälte Ihren Fall bearbeiten und Sie bei Derra, Meyer & Partner umfänglich und fachgerecht beraten. Über unsere Mitgliedschaft im europäischen Anwaltsnetzwerk DIRO AG sowie unsere eigenen Büros in Italien und Polen sind wir zudem in der Lage, Sie auch über die deutschen Grenzen hinaus umfänglich beraten zu können.

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Aktuelles

13 Mär
2019

Fotos auf der eigenen Internetseite – mit der DS-GVO noch möglich?

Seit nun fast einem Jahr gilt die Datenschutz-Grundverordnung (DS-GVO) und immer noch herrscht bei vielen Fragen Rechtsunsicherheit.

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Seit nun fast einem Jahr gilt die Datenschutz-Grundverordnung (DS-GVO) und immer noch herrscht bei vielen Fragen Rechtsunsicherheit. So fragen sich beispielsweise Unternehmen und Vereine, Journalisten und Fotografen, unter welchen Voraussetzungen Fotos, auf denen Personen abgebildet sind, auf der eigenen Internetseite, in sozialen Medien oder Zeitungsberichten verwenden dürfen. Gelten dafür, wie bislang, die Vorschriften des Kunsturhebergesetzes (KunstUrhG) oder sind nun die Regelungen der DS-GVO zu beachten?

Diese Frage hat in der Praxis gravierende Auswirkungen. Das KunstUrhG stellt an die Veröffentlichung von Personenbildaufnahmen weitaus geringere Anforderungen als die DS-GVO. Wegen der zahlreichen Ausnahmen ist nach dem KunstUrhG regelmäßig keine Einwilligung der abgebildeten Personen erforderlich – und wenn doch, kann diese auch stillschweigend erklärt und nicht ohne Weiteres widerrufen werden. Dagegen fordert die DS-GVO eine ausdrückliche Einwilligung, die schriftlich nachzuweisen ist und jederzeit widerrufen werden kann, mit der Folge, dass jede weitere Verwendung unzulässig ist.

Europäische Datenschutz-Grundverordnung ist vorrangiges Recht

Welche Vorschriften sind nun zu beachten? Klar ist: Die DS-GVO genießt als europäisches Recht Anwendungsvorrang. Das heißt, dass das KunstUrhG nur ergänzend herangezogen werden kann, soweit die DS-GVO Lücken lässt. Solche können darin bestehen, dass den Mitgliedstaaten erlaubt wird, zu bestimmten Aspekten innerhalb eines gewissen Spielraums eigene Regelungen zu treffen (sog. Öffnungsklauseln).

Eine solche Öffnungsklausel findet sich in Art. 85 DS-GVO, der aber die Anwendung des KunstUrhG nicht ohne Weiteres erlaubt. Zum einen wird das KunstUrhG nicht von Art. 85 (1) DS-GVO erfasst. Danach dürfen Mitgliedstaaten eigene Regelungen zu treffen, um das Recht auf Datenschutz mit dem Recht auf freie Meinungsäußerung und Informationsfreiheit in Einklang bringen. Die nationalen Regelungen dürfen Lücken ausfüllen, der DS-GVO aber nicht widersprechen. Genau dies ist mit den Vorschriften des KunstUrhG zur Einwilligung jedoch der Fall.

Auch über Art. 85 (2) DS-GVO lässt sich das Problem nur teilweise lösen. Diese Regelung erlaubt einen Rückgriff auf das KunstUrhG, wenn die Veröffentlichung journalistischen, wissenschaftlichen, künstlerischen oder literarischen Zwecken dient. Diese Ausnahmen sind abschließend und erfassen beispielsweise Veröffentlichungen in Zeitungsberichten; für alle anderen Zwecke – und damit regelmäßig bei Veröffentlichungen auf der eigenen Internetseite oder in sozialen Medien – gelten die strengen Anforderungen der DS-GVO.

Leider ist nicht zu erwarten, dass der deutsche Gesetzgeber Abhilfe schaffen wird. Das Bundesministerium des Innern übersieht diese Problematik und hält an seiner kritikwürdigen Auffassung fest, das KunstUrhG sei nach wie vor ohne Weiteres auf die Veröffentlichung von Bildaufnahmen anzuwenden.

Nur mit Einholung einer Einwilligung rechtssichere Veröffentlichung möglich

Für eine möglichst rechtssichere Lösung sollte bei der Veröffentlichung von Bildaufnahmen daher grundsätzlich auf die DS-GVO abgestellt werden. Danach ist idealerweise eine Einwilligung der abgebildeten Person einzuholen und diese gemäß der DS-GVO über die damit verbundene Datenverarbeitung zu informieren. Gerade bei Aufnahmen mehrerer Personen kann dies erhebliche Schwierigkeiten bereiten. Zudem besteht die Gefahr, dass die Einwilligung widerrufen wird und das Bild dann nicht mehr verwendet werden darf.

Alternativ kann eine Veröffentlichung auf die Interessenabwägung nach Art. 6 Abs. 1 (f) DS-GVO gestützt werden, wenn sie zur Wahrung der berechtigten Interessen erforderlich ist. Die deutschen Aufsichtsbehörden halten dies beispielsweise bei Veröffentlichungen zum Zweck der eigenen Öffentlichkeitsarbeit für möglich. Allerdings besteht hier immer das Risiko, dass ein Gericht oder eine andere Aufsichtsbehörde diese Abwägung bei einer späteren Überprüfung anders anstellt und damit die Rechtsgrundlage entfällt.

Kurzum: Das KunstUrhG ist neben der DS-GVO nicht mehr ohne Weiteres anwendbar. Dient die Veröffentlichung von Personenbildnissen journalistischen, wissenschaftlichen, künstlerischen oder literarischen Zwecken, kann das KunstUrhG weiterhin angewendet werden. Veröffentlichungen zu anderen Zwecken sollten, um möglichst rechtssicher zu agieren, nach Maßgabe der DS-GVO erfolgen. Bis zu einer Klärung durch den EuGH wird diese Rechtsunsicherheit bestehen bleiben.

Rechtsanwältin Johanna Mäkert

Stand: 03/2019

Seit nun fast einem Jahr gilt die Datenschutz-Grundverordnung (DS-GVO) und immer noch herrscht bei vielen Fragen Rechtsunsicherheit. So fragen sich beispielsweise Unternehmen und Vereine, Journalisten und Fotografen, unter welchen Voraussetzungen Fotos, auf denen Personen abgebildet sind, auf der eigenen Internetseite, in sozialen Medien oder Zeitungsberichten verwenden dürfen. Gelten dafür, wie bislang, die Vorschriften des Kunsturhebergesetzes (KunstUrhG) oder sind nun die Regelungen der DS-GVO zu beachten?

Diese Frage hat in der Praxis gravierende Auswirkungen. Das KunstUrhG stellt an die Veröffentlichung von Personenbildaufnahmen weitaus geringere Anforderungen als die DS-GVO. Wegen der zahlreichen Ausnahmen ist nach dem KunstUrhG regelmäßig keine Einwilligung der abgebildeten Personen erforderlich – und wenn doch, kann diese auch stillschweigend erklärt und nicht ohne Weiteres widerrufen werden. Dagegen fordert die DS-GVO eine ausdrückliche Einwilligung, die schriftlich nachzuweisen ist und jederzeit widerrufen werden kann, mit der Folge, dass jede weitere Verwendung unzulässig ist.

Europäische Datenschutz-Grundverordnung ist vorrangiges Recht

Welche Vorschriften sind nun zu beachten? Klar ist: Die DS-GVO genießt als europäisches Recht Anwendungsvorrang. Das heißt, dass das KunstUrhG nur ergänzend herangezogen werden kann, soweit die DS-GVO Lücken lässt. Solche können darin bestehen, dass den Mitgliedstaaten erlaubt wird, zu bestimmten Aspekten innerhalb eines gewissen Spielraums eigene Regelungen zu treffen (sog. Öffnungsklauseln).

Eine solche Öffnungsklausel findet sich in Art. 85 DS-GVO, der aber die Anwendung des KunstUrhG nicht ohne Weiteres erlaubt. Zum einen wird das KunstUrhG nicht von Art. 85 (1) DS-GVO erfasst. Danach dürfen Mitgliedstaaten eigene Regelungen zu treffen, um das Recht auf Datenschutz mit dem Recht auf freie Meinungsäußerung und Informationsfreiheit in Einklang bringen. Die nationalen Regelungen dürfen Lücken ausfüllen, der DS-GVO aber nicht widersprechen. Genau dies ist mit den Vorschriften des KunstUrhG zur Einwilligung jedoch der Fall.

Auch über Art. 85 (2) DS-GVO lässt sich das Problem nur teilweise lösen. Diese Regelung erlaubt einen Rückgriff auf das KunstUrhG, wenn die Veröffentlichung journalistischen, wissenschaftlichen, künstlerischen oder literarischen Zwecken dient. Diese Ausnahmen sind abschließend und erfassen beispielsweise Veröffentlichungen in Zeitungsberichten; für alle anderen Zwecke – und damit regelmäßig bei Veröffentlichungen auf der eigenen Internetseite oder in sozialen Medien – gelten die strengen Anforderungen der DS-GVO.

Leider ist nicht zu erwarten, dass der deutsche Gesetzgeber Abhilfe schaffen wird. Das Bundesministerium des Innern übersieht diese Problematik und hält an seiner kritikwürdigen Auffassung fest, das KunstUrhG sei nach wie vor ohne Weiteres auf die Veröffentlichung von Bildaufnahmen anzuwenden.

Nur mit Einholung einer Einwilligung rechtssichere Veröffentlichung möglich

Für eine möglichst rechtssichere Lösung sollte bei der Veröffentlichung von Bildaufnahmen daher grundsätzlich auf die DS-GVO abgestellt werden. Danach ist idealerweise eine Einwilligung der abgebildeten Person einzuholen und diese gemäß der DS-GVO über die damit verbundene Datenverarbeitung zu informieren. Gerade bei Aufnahmen mehrerer Personen kann dies erhebliche Schwierigkeiten bereiten. Zudem besteht die Gefahr, dass die Einwilligung widerrufen wird und das Bild dann nicht mehr verwendet werden darf.

Alternativ kann eine Veröffentlichung auf die Interessenabwägung nach Art. 6 Abs. 1 (f) DS-GVO gestützt werden, wenn sie zur Wahrung der berechtigten Interessen erforderlich ist. Die deutschen Aufsichtsbehörden halten dies beispielsweise bei Veröffentlichungen zum Zweck der eigenen Öffentlichkeitsarbeit für möglich. Allerdings besteht hier immer das Risiko, dass ein Gericht oder eine andere Aufsichtsbehörde diese Abwägung bei einer späteren Überprüfung anders anstellt und damit die Rechtsgrundlage entfällt.

Kurzum: Das KunstUrhG ist neben der DS-GVO nicht mehr ohne Weiteres anwendbar. Dient die Veröffentlichung von Personenbildnissen journalistischen, wissenschaftlichen, künstlerischen oder literarischen Zwecken, kann das KunstUrhG weiterhin angewendet werden. Veröffentlichungen zu anderen Zwecken sollten, um möglichst rechtssicher zu agieren, nach Maßgabe der DS-GVO erfolgen. Bis zu einer Klärung durch den EuGH wird diese Rechtsunsicherheit bestehen bleiben.

Rechtsanwältin Johanna Mäkert

Stand: 03/2019